Wolfenschiessen
Parkplatzreglement kommt wieder an die Urne

Beim Parkplatzreglement soll's Justierungen geben, fordert ein Bürgerkomitee. Das letzte Wort hat das Volk.

Matthias Piazza
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Der Gemeindehaus-Parkplatz in Wolfenschiessen.

Der Gemeindehaus-Parkplatz in Wolfenschiessen.

Bild: Urs Hanhart (20. Mai 2021)

Wer beim Gemeindehaus, beim Gewerbe an der Aa oder sonst auf einem der 108 Gemeindeparkplätze länger als eine halbe Stunde parkiert, zahlt seit diesem Sommer. Nun wird das neue Parkplatzreglement, das die Wolfenschiesserinnen und Wolfenschiesser am 13. Juni vergangenen Jahres mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 51,4 Prozent angenommen haben, schon wieder überarbeitet, wie der Gemeinderat in einer Mitteilung schreibt.

Auslöser dafür ist ein Bürgerkomitee um Christian Stebler. Es ergriff diesen Sommer das Referendum gegen eine Anpassung des neuen Reglementes. Diese abermalige Anpassung wurde nötig, weil die politische Gemeinde und Schulgemeinde auf Anfang Jahr zusammengeschlossen werden. Dafür hat sich das Wolfenschiesser Stimmvolk diesen Februar an der Urne ausgesprochen. Damit gehen auch Parkareale bei der Schulanlage, die bisher gratis waren, von der in Auflösung begriffenen Schulgemeinde in die politische Gemeinde über, die auch diese Parkareale bewirtschaften will.

«Wir fordern, dass man für sein Training oder Probe auch weiterhin gratis beim Schulhaus parkieren kann», sagt der Wolfenschiesser Sporttrainer Christian Stehler, der dem überparteilichen Komitee von sechs Wolfenschiesser Bürgern vorsteht, die im Vereinswesen aktiv sind. So unter anderem im Turnverein, Skiklub, Alpina Cheerli, Fahnenschwingergruppe oder im Kolpingverein. Eine weitere Forderung des Komitees sei eine generelle Senkung der Tarife. Aktuell ist eine halbe Stunde gratis. Eine Stunde parkieren kostet einen, bis zwei Stunden zwei, bis drei Stunden drei, bis fünf Stunden fünf Franken. Auch stört sich das Komitee, dass die Parkplätze während 24 Stunden bewirtschaftet werden.

Bürger und Gemeinderat haben sich getroffen

Vertreter von Bürgerkomitee und Gemeinderat haben sich vor einiger Zeit zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen und sich schon mehrmals getroffen, um gemeinsam das Parkplatzreglement zu überarbeiten und voraussichtlich im kommenden Frühling das Stimmvolk an der Urne darüber abstimmen zu lassen. Das Bürgerkomitee hat darum seinen Antrag, an der kommenden Herbstgemeindeversammlung über das Geschäft abzustimmen, zurückgezogen. «Damit ist der Entscheid an der Urne breit abgestützt», sagt dazu Gemeindepräsident Wendelin Odermatt.

Der Gemeinderat führte das neue Parkplatzreglement und damit die Abschaffung der Gratisparkplätze ein, um dem Missbrauch der Gemeindeparkplätze einen Riegel zu schieben. Einige Bürger hätten sie als Langzeit- oder Dauerparkplätze missbraucht. Zudem sollten die Parkplätze selbsttragend bewirtschaftet werden. Wendelin Odermatt zieht eine positive Zwischenbilanz. Die Befürchtung einiger Bürger, wonach die Leute ihr Auto in Seitenstrassen wildparkieren, habe sich nicht bewahrheitet. Und die Tarife erachte er grundsätzlich als angemessen, diese seien mit jenen anderer Gemeinden vergleichbar.