Wolfenschiessen
Glocken Mathis beliefert das ESAF wieder mit seinen Treicheln

Nicht nur 2004 in Luzern und 2019 in Zug waren die Spezialtreicheln des Glockengeschäfts Beat Mathis aus Wolfenschiessen zu gegen. Auch in Pratteln sind sie ein gefragter Artikel.

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Es herrscht emsiges Treiben in der Werkstatt vom Glockengeschäft Mathis. Während Beat Mathis ganz vertieft einen Lederriemen mit Stickereien verziert, bemalt seine Frau Hildi eine hölzerne Auszeichnung für den Nationalturntag im aargauischen Aristau.

Sie sind ein eingespieltes Team und bewältigen die eingegangenen Bestellungen ganz nach dem Motto: «Mier machid’s, bis mer’s hend.» Und dieses Motto gilt seit 35 Jahren, als Beat in die Fussstapfen seines Vaters, des legendären «Sattler-Pail», trat und den Betrieb übernahm.

Traditionsgeschäft seit 1952

Seit 1952 besteht das traditionelle Fachgeschäft für Treicheln mit handgestickten Lederriemen, Holzwaren und sonstigen Souvenirs. Sämtliche Stickmuster, Malereien, Schriften und speziellen Designs werden eigens entworfen, erarbeitet und umgesetzt. Ein besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass neben bestehenden Stickvorlagen auch neue Ideen ins Sortiment aufgenommen werden, was die Arbeit herausfordernd und interessant macht. Über allem steht ganz klar: Mathis bürgt für Qualität. Und diese darf Beat Mathis dieses Jahr auch am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Pratteln präsentieren. Er darf die drei grössten Innerschweizer Treicheln liefern.

Beat Mathis mit einer der Treicheln für das ESAF in Pratteln.

Beat Mathis mit einer der Treicheln für das ESAF in Pratteln.

Bild: PD/Otmar Näpflin

Ausserdem ist Beat Mathis überzeugt, dass der Stellenwert einer Treichel unter den Aktivschwingern um ein Vielfaches grösser ist, als bare Münze. Es seien Emotionen, die sich breitmachten, da zwischen dem Schwingen und dem Stickhandwerk Identifikationen entstünden, die schweizerischer Präzisionsarbeit entsprächen und dadurch die Werte des Schwingens hochgehalten würden.

200 Arbeitsstunden stecken im Endprodukt

Die handgeschmiedeten Treicheln werden im Bernbiet angefertigt. Nicht ohne Stolz bemerkt der Stickmeister, dass die typische Innerschweizer Treichel verzinkt, patiniert, und 30 Kilo schwer ist. Allein für die Stickerei sind 20'000 Stiche mit der Ahle notwendig. Nicht zu unterschätzen sind das Malen vom Schwingersujet und die Dachshaareinfassung des Sattelriemens. Für das Endprodukt, das eine Gesamtgrösse von 140 Zentimetern aufweist, müssen 200 Arbeitsstunden aufgewendet werden. Mathis fühlt sich sehr geehrt, diesen Auftrag ausführen zu dürfen.

Zwei dieser Prachtexemplare haben seine Werkstätte bereits Richtung Pratteln verlassen. Vor Ort wird eine der drei Prunkstücke auf einem drehbaren Sockel zum Hingucker im Gabentempel. (pd/sok)