Wolfenschiessen
Buebä-Schwinget Aeschi: Ein nichtwegzudenkender Familienanlass

Das Jubiläum auf dem Aeschi überzeugt in allen Belangen und die «Bösen» von morgen zeigten sehenswerten Schwingsport.

Ruedi Wechsler
Drucken

Für viele der 180 Jungspunde in den vier Alterskategorien war es der letzte Wettkampf dieser Saison. Und ein prächtiger Gabentempel motivierte sie enorm. Die Nidwaldner gehen dieses Jahr leer aus. Mael Sommer triumphiert für den Gastklub Kirchberg gegen Luc Allemann, Beckenried, in der Kategorie B und drei Kategoriensiege gehen nach Obwalden.

Den Schlussgang bei den Ältesten gewann Dominik Kiser, Ramersberg, gegen Roman Zumstein, Giswil, und Silvan von Ah, Flüeli-Ranft, bettete Andri Würsch, Emmetten, bei den Jüngsten ins Sägemehl. Einen aussergewöhnlichen Karrierestart erlebte Kilian Burch diesen Sommer. Erst im April begann er mit Schwingen, weil seine Kollegen von dieser Sportart schwärmten, und nun folgt der erste Triumph auf dem Aeschi. Überglücklich äussert sich der Gewinner der zweitjüngsten Altersklasse (Jahrgang 2010 bis 2011): «Ich feiere meinen ersten Sieg, es ist das neunte Fest dieser Saison und ich bringe meinen achten Zweig heim nach Kerns.»

Kilian Burch feiert seinen ersten Sieg.

Kilian Burch feiert seinen ersten Sieg.

Bild: Ruedi Wechsler (Aeschi/Altzellen 25. September 2022)

Kilian ist auch neben dem Platz sehr vielseitig: «Bewegung und Sport finde ich cool, ich fahre gerne auf die Melchsee-Frutt zum Fischen und ich singe sehr gerne.» Sein bisheriger grösster Fang ist ein Bachsaibling mit 43 Zentimetern Länge.

1000 Besucherinnen und Besucher

Erstaunlich ist auch, was das zehnköpfige OK mit Präsident Andi Christen auf dem Areal auf die Beine stellte. Man spürt es förmlich: Hier herrscht eine familiäre Atmosphäre. Für Andi Christen ist das Buebä-Schwinget Aeschi ein Familienfest und es sei für das OK wichtig, dass der Nachwuchs hier oben diese Möglichkeit erhält. «Rund 1000 Personen haben trotz suboptimalem Wetter den Anlass besucht und die Resonanz bei den Gabenspendern war sehr gross», ergänzt Christen.

Gabenchef Wäli Christen zeigt stolz auf den Gabentempel und erwähnt: «Vor drei Monaten habe ich mit der Arbeit begonnen. Die vier Stabellen gehen an die vier Kategoriensieger und wir bekamen bis zu 40 Schellen und Trycheln.» Wegen Regen mussten mehrere kleine Zelte aufgestellt werden und der Gottesdienst wurde in die Festwirtschaft verlegt.

Der Gabentempel lässt keine Wünsche offen.

Der Gabentempel lässt keine Wünsche offen.

Bild: Ruedi Wechsler (Aeschi/Altzellen 25. September 2022)

Das Team Festwirtschaft zog unter der Leitung von Anni Hess sämtliche Register. Grillmeister Dölf Christen vom St.Joder ist bereits seit 15 Jahren im Einsatz und teilt sich die Arbeit mit Joel Odermatt. «Bei uns läuft alles wunderbar und es ist schön gleichmässig verteilt», so Christen. Joel Odermatt wurde von Anni Hess angefragt und im Gegenzug unterstützt sie ihn in wenigen Tagen bei der Eröffnung des Restaurants Alpina in Wolfenschiessen.

Seit 1999 ist Anni Hess als Festwirtin mit dabei. Auf ihrem Hof Aeschi gilt es vor dem Fest, die Auffahrt zum Heuboden oder die Garage zu räumen. «In den drei Jahren während Corona ging vieles vergessen und ich musste überlegen und nachschauen, was es alles zu organisieren gibt», so Anni Hess. «Wir sind ein so gut eingespieltes, 25-köpfiges Team mit langjähriger Erfahrung und da braucht es nicht viele Worte.»

Seit der Jugend mit dabei

Unter den Gästen ist fast jedes Mal Erika Reymond-Hess mit dabei und sie erinnert sich zurück an die Jugendjahre: «An diesem Fest darf ich einfach nicht fehlen. Schon als kleines Mädchen habe ich mich als ‹Täfelibueb› betätigt oder war als Ehrendame im Einsatz.» Hier ist sie aufgewachsen und sie stammt aus einer echten Schwingerfamilie. «Das Aeschi Altzellen ist ein Ort, wohin ich immer sehr gerne zurückkehre und mich mit meinen Liebsten, Schulkollegen und Schwingerfreunden treffe.»

In Schwingerkreisen fühlt sie sich sehr wohl und die Stimmung mit der inkludierten musikalischen Unterhaltung sei einzigartig. Mit ihrem Cousin, der Volksmusikgrösse Thedy Christen, besuchte sie früher den Handorgelunterricht. «Thedy machte seinen Weg in der Volksmusikszene und ich übertrumpfte ihn dafür beim Skifahren», sagt sie mit einem herzhaften Lachen.