Stansstad
Mit 61,4 Prozent Ja-Stimmen: Das Dorfzentrum erhält ein neues Gesicht

Im zweiten Anlauf hat's geklappt. Für 5,4 Millionen Franken wird das Gebiet zwischen Hafen und Sust umgestaltet.

Matthias Piazza
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Zwischen Sust und Hafen ist eine begrünte, grosszügige Fussgängerzone geplant.

Zwischen Sust und Hafen ist eine begrünte, grosszügige Fussgängerzone geplant.

Visualisierung: PD

Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 61,41 Prozent (1087 Ja zu 683 Nein) genehmigten die Stansstaderinnen und Stansstader am Sonntag bei einer Stimmbeteiligung von 53,87 Prozent den Kredit von 5,42 Millionen Franken für die Neugestaltung des Stansstader Dorfzentrums. Das Gebiet zwischen Sust und Hafen wird zur Fussgängerzone umgestaltet. Damit fallen auch die Parkplätze auf der Hafenseite der Sust weg. Als Ersatz wird der Gemeinderat die Parkplätze zwischen Sust und dem ehemaligen Stationsgebäude auf zwei Reihen erweitern und leicht gegen die Strasse verschieben. Die Zahl der Parkplätze bleibt dabei bei 66. Zusätzlich entstehen 72 Velo-Abstellplätze. Der Car-Parkplatz wird aufgehoben. Zwischen Sust und Achereggstrasse entsteht eine Ein- und Ausstiegsmöglichkeit für Cars. Gleichzeitig werden Wasser-, Abwasserleitungen und Belag erneuert.

Auch eine Seepromenade entsteht. Die Grünflächen werden erweitert und die Anzahl Sitzbänke deutlich erhöht. Bei der Sust entstehen eine Sitzgruppe für Begegnungen und ein Wasserspiel. Durch eine flexible Möblierung bei der Sust sollen auch grössere Anlässe möglich sein. Zusätzlich werden dreizehn Bäume entlang der Uferpromenade und Strasse gesetzt. Ausserdem wird die Strasse nach Kehrsiten in die Begegnungszone eingebunden. Das Strassenniveau wird leicht angehoben und mit schräggestellten Randsteinen fussgängerfreundlicher gemacht. Die Hafenpromenade erhält einen fussgängerfreundlichen Belag, die Verkehrsflächen werden asphaltiert. Die Natursteine, die die Sust und das ehemalige Stationsgebäude rahmen, werden geringfügig saniert. Die Arbeiten für das neue Dorfzentrum sollen im nächsten Sommer starten.

Gemeindepräsident Beat Plüss zeigt sich sehr erfreut zum deutlichen Bekenntnis der Stimmbevölkerung. «Die vorgängigen Gespräche mit den Restaurants, Geschäften und weiteren Betroffenen haben Früchte getragen. Opposition habe ich keine wahrgenommen.» Auch sei es dem Gemeinderat gelungen, aufzuzeigen, dass die Werkleitungen sowieso saniert werden müssen und darum die Gelegenheit für eine Neugestaltung des Dorfplatzes günstig sei.

Das Gebiet zwischen Sust und Hafen, wie es sich jetzt präsentiert.

Das Gebiet zwischen Sust und Hafen, wie es sich jetzt präsentiert.

Bild: Richard Greuter (Stansstad, 24. August 2022)

Vor sieben Jahren wurde ein ähnliches Projekt abgelehnt

Es ist der zweite Anlauf. Im November 2015 lehnten die Stansstaderinnen und Stansstader an der Herbstgemeindeversammlung einen Kredit von 2,2 Millionen Franken für die Sanierung und 1,4 Millionen Franken für die Neugestaltung des Dorfplatzes mit rund einer Zweidrittelmehrheit ab. Den Ausschlag hatte die Finanzkommission gegeben, die das Geschäft zur Ablehnung empfohlen hatte. Sie hatte auf die Nettoverschuldung der Gemeinde hingewiesen, die ihrer Ansicht nach mit der Annahme des Projekts noch steigen würde. Diesmal stand sie hinter dem Projekt – trotz der Zunahme der Netto-Gesamtverschuldung um 3,5 Millionen Franken, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 730 Franken entspricht.

Um das Resultat auch möglichst breit abzustützen, habe sich der Gemeinderat diesmal bewusst entschieden, die Vorlage an die Urne und nicht vor die Gemeindeversammlung zu bringen, so Beat Plüss.