Oberdorf/Wolfenschiessen
Nidwaldner Landrat sagt einstimmig Ja zum Hochwasserschutz am Buoholzbach

Ein Geschiebesammler soll Hochwasserschäden verhindern. Geht es nach den Plänen des Kantons, sollen die Schutzmassnahmen bis im Herbst 2026 gebaut sein.

Martin Uebelhart
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Für rund 46 Millionen Franken soll der Buoholzbach an der Grenze zwischen Oberdorf und Wolfenschiessen gebändigt werden. Mit Beiträgen des Bundes und der Beteiligung der beiden Gemeinden werden für den Kanton Kosten von rund 14 Millionen Franken verbleiben.

In diesem Gebiet soll der Geschiebesammler entstehen.

In diesem Gebiet soll der Geschiebesammler entstehen.

Bild: Martin Uebelhart (Oberdorf, 28. April 2021)

Baudirektor Josef Niederberger zeigte im Landrat auf, dass das Schadenpotenzial des Baches um ein Vielfaches höher sei. Insbesondere für den Talboden in Stans und Stansstad. Darum seien am Buoholzbach im Grenzgebiet von Wolfenschiessen und Oberdorf Massnahmen für den Hochwasserschutz unumgänglich. «Wie aus dem zahmen Fliessgewässer ein reissender Wildbach werden kann, hat sich beim Unwetter 2005 gezeigt», betonte Niederberger.

Der Buoholzbach habe mit Abstand das grösste Schadenpotenzial von allen Gewässern in Nidwalden. So werde der Nutzen-Kosten-Faktor so hoch sein wie in keinem anderen Hochwasserschutzprojekt im Kanton Nidwalden.

Damit der Geschiebesammler bei der Mündung des Buoholzbachs in die Engelbergeraa realisiert werden kann, sind zahlreiche Landerwerbsgeschäfte abzuwickeln. Die Kosten für sämtliche Landerwerbsgeschäfte schätzt der Kanton aktuell auf 10,9 Millionen Franken. Die Landerwerbskosten setzten sich zusammen aus den Grundstückskosten, Entschädigungen, Gebühren und Steuern, wie der Baudirektor ausführte.

Die Visualisierung zeigt den Geschiebesammler für den Buoholzbach oberhalb des Industriegebiets Hofwald.

Die Visualisierung zeigt den Geschiebesammler für den Buoholzbach oberhalb des Industriegebiets Hofwald.

Visualisierung: PD

Josef Niederberger sprach gestern von einem Schlüsseltag für das Projekt. Denn der Landrat entscheide abschliessend über den Gesamtkredit von 46 Millionen Franken. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass vorbehältlich allfälliger Beschwerdeverfahren die wesentlichen Massnahmen bis im Herbst 2026 gebaut sind.

Die vorberatenden Kommissionen stellten sich einstimmig hinter das Projekt. Armin Odermatt (SVP, Büren), Präsident der Kommission für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt (BUL), blickte auf die lange Geschichte des Projekts mit zahlreichen Varianten zurück und erwähnte, dass der Buoholzbach auch schon in früheren Jahrhunderten grosse Verheerungen angerichtet habe. Er hielt fest, dass beim Landerwerb und den Umsiedlungen gute Lösungen gefunden worden seien.

Paul Odermatt (Mitte, Nidwalden) strich als Sprecher der Finanzkommission (Fiko) heraus, dass der Kostenanteil des Kantons vertretbar und gerechtfertigt sei. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass bei einem 300-jährigen Hochwasserereignis Schäden in der Höhe von 1,1 Milliarden Franken drohten. Paul Odermatt räumte ein, dass die Kosten für den Landerwerb hoch seien. Es brauche nun eine rasche Umsetzung des Vorhabens, da im Talboden zahlreiche Bauprojekte blockiert seien.

Das wichtigste Hochwasserschutzprojekt des Kantons

Paul Odermatt sicherte auch die Unterstützung der Mitte-Fraktion zu. Besonders erwähnte er die Entstehung eines Naherholungsgebietes rund um den Geschiebesammler, das zum Verweilen einlade.

So soll dereinst das Auslaufbauwerk des Buoholzbachs in die Engelbergeraa aussehen.

So soll dereinst das Auslaufbauwerk des Buoholzbachs in die Engelbergeraa aussehen.

Visualisierung: PD

Remigi Zumbühl (FDP, Wolfenschiessen) hielt fest, dass das Projekt so richtig Fahrt aufgenommen habe, als Oberdorf und Wolfenschiessen beschlossen hätten, das Projekt an den Kanton abzutreten. «Für die Gemeinden wäre es unmöglich gewesen, das Projekt so zu erarbeiten, wie es sich heute präsentiert», sagte er. Nun habe die jahrelange Planung optimiert werden können und auch die Akzeptanz der Anstösser sei gegeben. «Heute können wir Geschichte schreiben», zeigte er sich überzeugt. Der Buoholzbach sei das wichtigste Hochwasserschutzprojekt des Kantons Nidwalden.

Toni Niederberger (SVP, Stans) sprach von einem gordischen Knoten, der nun gelöst worden sei. Gerade mit Blick darauf, wie zäh sich das Projekt zu Beginn präsentiert habe.

Lob für den Amtsleiter

Ilona Cortese (Grüne, Hergiswil) gab zu bedenken, dass das nächste grosse Schadenereignis schon bald wieder eintreten könnte. Besonders begrüsse ihre Fraktion, dass mit dem Naherholungsgebiet auch wertvoller Lebensraum für einheimische Tiere und Pflanzen geschaffen werde.

Gleich mehrfach gab es grosses Lob für Viktor Schmidiger, Leiter des Amts für Gefahrenmanagement, und sein Team. Toni Niederberger sagte es so: «Vielleicht gibt es ja anstelle eines Sportpreises einmal einen Amtsleiterpreis.»

Die Landrätinnen und Landräte hiessen den Kredit für das Hochwasserschutzprojekt einstimmig gut.