Oberdorf
Verwaltungsumzug soll Gemeindeleben neu entfachen

Am 15. Mai stimmt die Gemeinde über den Ausbau der Gemeindeverwaltung ab. Mit dem Umzug in die Bebauung «Dorflaube» soll der alte Standort zum neuen Dreh- und Angelpunkt im Gemeindeleben werden.

Beat Christen
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Seit der überwältigenden Zustimmung des Stimmvolkes am 27. September 2020 zum Kauf der Parzelle nördlich vom Landsgemeindeplatz hat sich der Gemeinderat auch mit der Zukunftsgestaltung der heutigen Gemeindeverwaltung auseinandergesetzt. Denn gleichzeitig mit dem Ja zum Erwerb der Parzelle hat das Stimmvolk den Auftrag zum Abschluss eines Baurechtsvertrages erteilt.

Darin festgeschrieben ist, dass die Gemeinde bis am 31. Dezember 2022 Vorrang auf die im Neubauprojekt vorgesehene Nutzungsfläche für die Gemeindeverwaltung hat. Mit dem Umzug in die Dorflaube beim Landsgemeindeplatz würde die Gemeindeverwaltung mitten ins Zentrum rücken. «Und zwar dorthin», so der Gemeinderat anlässlich einer Infoveranstaltung, «wo mit den bestehenden Gastronomiebetrieben, den neuen Dienstleistungsangeboten in der ‹Dorflaube› und der Weiterentwicklung des alten Zeughauses inklusive Fläche der ehemaligen Soldatenstube in absehbarer Zeit eine Dorfmeile entsteht.»

Standort mit grossem Potenzial

Der Gemeinderat sieht darin die Chance, «dass die vom Stimmvolk bestimmte Kernzone beim Landsgemeindeplatz das Potenzial aufweist, Dreh- und Angelpunkt im Gemeindeleben von Oberdorf zu werden.» Der für den Umzug beantragte Kredit von 745’000 Franken beinhaltet den Ausbau sowie die Ausstattung und Möblierung am neuen Standort.

«Dieser Umzug bietet Entwicklungspotenzial und öffnet die Türe zu neuen Chancen», so die Erkenntnis des intensiven Bearbeitungsprozesses. Buchhalterisch können mit der Einmietung bei der «Dorflaube» die anstehenden Mietkosten von rund 100’000 Franken fix budgetiert werden. Im Gegenzug fallen die Unterhaltskosten weg. Für den Gemeinderat ein ebenso gewichtiges Argument ist die Tatsache, dass mit einem Umzug die Gemeindeverwaltung behindertengerecht wird und an Attraktivität sowohl für die Bevölkerung wie auch als Arbeitgeberin gewinnt.

Als weiteren Vorteil ortet der Gemeinderat das Eingehen eines Mietverhältnisses. Damit könne von Seiten der Gemeinde schneller auf die sich immer wieder veränderten Rahmenbedingungen einer Gemeindeverwaltung eingegangen werden. Mit der Option «Verbleib am alten Standort» sieht sich der Gemeinderat mit umfassenden Sanierungsarbeiten an den über 40-jährigen Gebäuden Gemeindehaus und Feuerwehrlokal konfrontiert. Eine Schätzung hat Kosten in der Höhe von 1,4 Millionen Franken ergeben. Neben Investitionen in energetische Bereiche wie Dämmung, Fenster und Heizung müssten auch solche in die Erdbebensicherheit sowie den hindernisfreien Zugang, wie es das Behindertengleichstellungsgesetz fordert, getätigt werden. Kosten, welche von der Gemeinde jährlich abgeschrieben werden müssen und auch die laufenden Unterhaltskosten, würden wie bis anhin dem Gemeinderecht belastet.

Chance zur Weiterentwicklung

Ein Umzug der Gemeindeverwaltung eröffnet die einmalige Chance für eine zukunftsweisende Weiterentwicklung des Areals des heutigen Gemeindehauses. «Mit einer langfristig positiven Auswirkung auf die Finanzen der Gemeinde», lautet das Fazit des Gemeinderats. In die Überlegungen ist auch die von kantonaler Seite angedachte Optimierung der Feuerwehren im Engelbergertal eingeflossen. Erste Ideenskizzen haben gezeigt, dass auf der gut 5800 Quadratmeter grossen Parzelle zwischen 7000 und 8000 Quadratmeter neue Wohnfläche entstehen könnte. «Das kann je nach Projekt 70 bis 100 neue Wohneinheiten bedeuten», weiss der Gemeinderat. «Wohnraum, der in Oberdorf fehlt und für den die Nachfrage gerade auch von einheimischen Familien, Senioren und Alleinstehende vorhanden ist.»

Die heute verfügbare Infrastruktur wie Schulräumlichkeiten könnte diesen Bevölkerungszuwachs ohne Kostenfolge für die Gemeinde bewältigen. Die dazu erstellten Berechnungen zeigen, dass die Gemeinde mit einem jährlichen Baurechtszins zwischen 250’000 und 300’000 Franken budgetieren könnte. Zieht man den Mietzins von 100’000 Franken für den neuen Standort der Gemeindeverwaltung ab, bleiben unter dem Strich für die Gemeinde während der Dauer des Baurechts Einnahmen zwischen 150’000 bis 200’000 Franken.