Nidwalden
Wirtschaftsbarometer ist fast wieder auf gleichem Stand wie vor der Pandemie

Die Nidwaldner Firmen scheinen sich von der Coronakrise erholt zu haben. Nun bereiten ihnen andere Dinge Sorgen.

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«Die Ergebnisse der neusten Wirtschaftsbarometer-Befragung zeigen, dass die Nidwaldner Unternehmen derzeit grossmehrheitlich zufrieden sind mit ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation.» Das hält die Nidwaldner Volkswirtschaftsdirektion in einer Mitteilung fest. Bei der halbjährlich durchgeführten Onlineumfrage haben 44 Prozent der Unternehmen die Ertragslage ihrer Firma mit «genügend» und weitere 44 Prozent mit «gut» bewertet. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Ertragslage als «schlecht» einschätzen, liegt bei 12 Prozent. «Dies sind dieselben Prozentwerte wie vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie bei der Befragung im Winter 2019/20», so die Volkswirtschaftsdirektion. Konkret liegt der neuste Indexwert des Wirtschaftsbarometers damit bei 0,38. Im Winter 2019/2020, unmittelbar vor Ausbruch der Pandemie, lag dieser bei 0,40.

Das Nidwaldner Wirtschaftsbarometer seit 2006.

Das Nidwaldner Wirtschaftsbarometer seit 2006.

Quelle: Kanton Nidwalden

Auch die Antworten der Befragten auf die übrigen Fragen würden den Schluss zulassen, dass sich die Nidwaldner Wirtschaft nach der Coronakrise stabilisiert hat, heisst es weiter. «Die überwiegende Anzahl der Unternehmen im Kanton ist gut unterwegs und für die Zukunft positiv eingestellt.» So bezeichnen 54 Prozent der Unternehmen die Aussichten ihrer Firma für die nächsten zwölf Monate mit «gut», weitere 41 Prozent mit «befriedigend» und 5 Prozent mit «schlecht».

Weiter zeigten die Ergebnisse, dass die Unternehmen aus der Tourismusbranche, die am stärksten von der Covid-19-Pandemie betroffen waren, ein sehr gutes erstes Halbjahr 2022 verzeichneten und sich entsprechend erholen konnten. «Die Antworten zeigen, dass die Nidwaldner Wirtschaft die Covid-Krise definitiv überwunden hat», wird Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger in der Mitteilung zitiert.

Sorge um mögliche Energieengpässe

Filliger verweise aber zugleich auf verschiedene Herausforderungen, mit denen die Wirtschaft derzeit konfrontiert sei: «Vor allem der Fachkräftemangel, aber auch die Teuerung, Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung, ein mögliches Eintreten einer neuen Coronawelle und drohende Energieengpässe sind Themen, welche die Nidwaldner Unternehmen derzeit stark beschäftigen.» Dazu komme die Unsicherheit im Zusammenhang mit der derzeitigen Entwicklung der Weltpolitik. Trotz der Herausforderungen bleibe Filliger optimistisch. «Die Nidwaldner Wirtschaft ist breit diversifiziert und unsere Unternehmen sind gut aufgestellt, robust und innovativ. Sollte sich die wirtschaftliche Lage negativ entwickeln, so werden uns diese Eigenschaften helfen.»

Die Volkswirtschaftsdirektion führt seit 2006 bei den Nidwaldner Unternehmen halbjährlich eine Umfrage durch. 295 Firmen aus den Branchen Baugewerbe, Handel und Gewerbe, Dienstleistung, verarbeitende Produktion und Tourismus sind für die jüngste Umfrage im Juni und Juli angeschrieben worden. 199 von ihnen haben teilgenommen, was einer Rücklaufquote von 67,5 Prozent entspricht. (lur)