Nidwalden
Vorstoss verlangt ein Gesetz für die Förderung von Kindern und Jugendlichen

Andreas Gander (Mitte, Stans), Iren Odermatt Eggerschwiler (FDP, Dallenwil) und Thomas Wallimann-Sasaki (Grüne, Ennetmoos) wollen mit einer Motion im Landrat die Aufgaben des Kantons und der Gemeinden in der Kinder- und Jugendförderung regeln.

Martin Uebelhart
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Im Kanton Nidwalden ist die Förderung der Kinder und Jugendlichen Sache der Gemeinden. Allerdings mache die Kinder- und Jugendförderung nicht vor der Gemeindegrenze Halt, schreibt Die Mitte Nidwalden in einer Medienmitteilung. Vielmehr sollte sie auch regional und kantonal organisiert werden. Dies sei beispielsweise beim Jugendkulturhaus Senkel in Stans bereits der Fall, das als kantonale Institution von den Gemeinden aufgrund einer Vereinbarung mitfinanziert werde. Es würden aber vom Jugendkulturhaus nicht alle Gemeinden gleich stark profitieren und daher bestehe die Gefahr, dass die Vereinbarung zum Teil aufgelöst werde, wird der Stanser Mitte-Landrat Andreas Gander-Brem in der Mitteilung zitiert. «Bricht ein Teil der finanziellen Unterstützung weg, so wäre die Weiterführung des Jugendkulturhauses gefährdet.»

Kanton hat bereits verschiedene Aufgaben übernommen

In den letzten Jahren seien bereits ähnliche Vereinbarungen im Sozialbereich aufgelöst und die Aufgaben vom Kanton übernommen worden. Dies habe unter anderem die Spitex, den Suchtpool oder auch den Flüchtlingspool betroffen. «Zudem fliesst auch aus den Lotteriegeldern aufgrund der Neuverteilung des Fonds weniger Mittel ans Jugendkulturhaus», gibt Andreas Gander weiter zu bedenken.

Das Jugendkulturhaus Senkel ist ein Beispiel, wie bei der Jugendförderung gemeindeübergreifend zusammengearbeitet wird.

Das Jugendkulturhaus Senkel ist ein Beispiel, wie bei der Jugendförderung gemeindeübergreifend zusammengearbeitet wird.

Bild: Matthias Piazza (Stans, 27. August 2020)

Diese Ausgangslage veranlasste Motionär Andreas Gander gemeinsam mit Iren Odermatt Eggerschwiler und Thomas Wallimann-Sasaki die aktuelle Kinder- und Jugendförderung in Nidwalden kritisch zu hinterfragen. Das Engagement kommt nicht von ungefähr: Alle drei engagieren sich im Gönnerverein des Senkels, Gander ist dessen Präsident. Der Gönnerverein war 2011 gegründet worden, um die Mehrkosten beim Bau des Jugendkulturhauses wegen des schwierigen Baugrunds aufzubringen. Er möchte aber die Motion keinesfalls als «Senkel-Vorstoss» verstanden wissen. «Es geht uns um die Förderung der Kinder und Jugendlichen ganz allgemein», hält er auf Anfrage fest. «Diese Förderung sollte in einem kantonalen Gesetz geregelt werden», ist Andreas Gander überzeugt. So könnte seiner Ansicht nach beispielsweise eine Jugendbeauftragte Themen über den ganzen Kanton aufgreifen und die Jugendarbeiter der Gemeinden unterstützen.

Mehr Klarheit über Zuständigkeiten

Im Weiteren hält Andreas Gander fest: «Eine gesetzliche Grundlage sorgt für mehr Klarheit, wer wofür zuständig ist, und sie gibt Planungssicherheit für alle Beteiligten. Oftmals sind es Freiwillige, die sich mit viel Herzblut für die Kinder- und Jugendförderung einsetzen. Deren Arbeit würde man nicht nur vereinfachen, sondern ihr auch mehr Wertschätzung entgegenbringen.» Verschiedene Kantone, darunter Obwalden und Uri, hätten bereits entsprechende Gesetze erlassen, um die Aufgaben zwischen Gemeinden und Kanton zu regeln. «Es wäre an der Zeit, dass auch Nidwalden eine kantonale Lösung anstrebt», findet er.