Nidwalden
Um Kosten zu sparen und Synergien zu nutzen: Die Regierung begrüsst die Zusammenlegung von Feuerwehren

Der Regierungsrat antwortet auf eine Interpellation von Joseph Niederberger (Mitte, Oberdorf) zur Zukunft des Nidwaldner Feuerwehrwesens.

Florian Pfister
Drucken

Die Regierung des Kantons Nidwalden sieht viele Vorteile darin, wenn sich Gemeindefeuerwehren zusammenlegen, und ruft zu Diskussionen auf. Sie weist darauf hin, dass das Gemeindedenken verlassen und vermehrt nach Kooperationen gesucht werden sollte. In einer Medienmitteilung antwortet die Regierung auf eine Interpellation, die der Oberdorfer Mitte-Landrat Joseph Niederberger vergangenen Dezember eingereicht hatte. Darin stellt er Fragen zur zukünftigen Entwicklung des Feuerwehrwesens im Kanton Nidwalden.

Die Feuerwehr Stans bei einer Alarmübung beim Kollegi im Jahr 2021.

Die Feuerwehr Stans bei einer Alarmübung beim Kollegi im Jahr 2021.

Bild: PD

Er verweist auf die Auswirkungen der gesellschaftlichen und technischen Veränderungen, welche die Feuerwehren in der ganzen Schweiz vor grosse Herausforderungen stellten, darunter die geringere Bereitschaft, Dienst zu leisten, kritische Arbeitgeber oder die Tagesverfügbarkeit. Zudem werde die Ausbildung durch die Technologisierung der Gebäude und Fahrzeuge immer aufwendiger, komplexer und kostenintensiver.

Feuerwehrwesen funktioniere gut

Die Regierung findet, dass das Feuerwehrenwesen in Nidwalden trotz der sich ändernden Rahmenbedingungen grundsätzlich gut funktioniere. Die Feuerwehren passten sich unter der Leitung des Feuerwehrinspektorats bereits jetzt laufend den Gegebenheiten an. Dabei werde sichergestellt, dass mittel- und langfristige Entwicklungen frühzeitig erkannt und geeignete Massnahmen angestrebt werden.

Dennoch begrüsse der Regierungsrat ausdrücklich, wenn die kommunalen Behörden und Feuerwehrkommandos in Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrinspektorat zukunftsgerichtete und von allen Beteiligten mitgetragene Lösungen erarbeiten und umsetzen.

Mögliche Zusammenlegungen müssen die Gemeinden selbst anpacken, da die Zuständigkeit der Feuerwehren gesetzlich bei den Gemeinden liegt. «Um die Herausforderungen wirkungsvoll angehen zu können, müssen sich alle für das Feuerwehrwesen zuständigen Behörden wie auch die Feuerwehrkommandos einer offenen Zukunftsdiskussion stellen», heisst es in der Antwort. In dieser unterstütze der Regierungsrat die freiwillige Regionalisierung stark.

Sparpotenzial für die Gemeinden

«Wir setzen bei den Feuerwehren auf das Milizsystem. Das ist ganz wichtig», sagt Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser-Frutschi auf Anfrage. «Das innere Feuer, die Einsatzbereitschaft und Kameradschaft, die von innen heraus entstehen, müssen erhalten bleiben. Doch der Rahmen muss zeitgemäss angepasst werden.» Die Gesellschaft werde immer mobiler, Arbeitsorte seien kaum noch im eigenen Dorf, wodurch die Tagesverfügbarkeit immer schwieriger werde. «Bei gemeinsamen Feuerwehren stehen mehr Ressourcen zur Verfügung.», sagt die Regierungsrätin weiter.

Nicht zuletzt gehe es auch darum, Kosten zu sparen. Durch die Nidwaldner Sachversicherung erhalten die Feuerwehren Beiträge. «Wenn jede Feuerwehr sämtliche Fahrzeuge haben muss, sinken diese Beiträge», sagt Karin Kayser-Frutschi. Durch eine Zusammenlegung von Gemeindefeuerwehren könnten aufgrund der Synergieeffekte der Personalbestand besser sichergestellt, kostenintensive Anschaffungen für grössere Einsatzgebiete verfügbar gemacht und Sparpotenzial für die Gemeinden und somit letztlich die Steuerzahlenden erreicht werden.

In den Gemeinden des Kantons Nidwalden seien mögliche Zusammenlegungen immer wieder ein Thema, «In Buochs und Ennetbürgen wurden die Feuerwehren vor einigen Jahren zusammengelegt. Dieses Beispiel zeigt, dass es gut funktionieren kann», sagt Kayser-Frutschi. Derzeit werde in den Gemeinden Oberdorf, Dallenwil und Wolfenschiessen über eine Zusammenlegung diskutiert. Ein Beispiel aus der Vergangenheit zeigt jedoch auch, dass nicht alle Gemeinden offen sind – oder zumindest waren. Im Jahr 2011 stimmten zwar die Stanser einer gemeinsamen Feuerwehr mit Stansstad zu, die Nachbargemeinde lehnte das Vorhaben jedoch ab.