Nidwalden
Stanser «Engel» schneidet bei Online-Bewertungen herausragend ab

Der «Engel» in Stans hat eine Auszeichnung der Online-Plattform Tripadvisor gewonnen. «Solche Bewertungen werden immer wichtiger», sagt Pächter Sören Schwitzky.

Marion Wannemacher
Drucken

Mitten an einem Werktag im «Engel» Stans am Nachmittag um drei: Die Parkplätze sind besetzt, auch auf dem Dorfplatz. Selbst um diese Uhrzeit machen es sich einige Gäste auf der Terrasse gemütlich. «Vor einem Monat hatte ich noch das Gefühl, dass es mühsam läuft mit dem Hotel», sagt Pächter Sören Schwitzky. «In den letzten drei Wochen merkt man, dass die Schweizer in der Schweiz Ferien machen. Es kommen aber auch Ausländer auf der Durchreise von der Nord-Süd-Achse zum Übernachten und Essen. Wir sind noch nicht wieder auf dem Stand von vor Corona, aber es läuft.»

Der «Engel» in Stans hat eine Auszeichnung von Tripadvisor erhalten. Die Pächter Sören Schwitzky und seine Frau Patricia.

Der «Engel» in Stans hat eine Auszeichnung von Tripadvisor erhalten. Die Pächter Sören Schwitzky und seine Frau Patricia.

Bilder: Marion Wannemacher (Stans, 3. August 2021)

Viele von ihnen suchen zuvor gängige Online-Plattformen auf, schauen, wie andere das Stanser Hotel und Restaurant bewerten, und treffen danach ihre Entscheidung. Neuerdings prangt beim «Engel» unter Tripadvisor das Logo «Travellers' Choice 2021». In der Gratulation an den Pächter begründet die Bewertungsplattform den Award für 2021 mit den «durchgehend fantastischen Erlebnissen» und «positiven Bewertungen und Gesamtwertungen von Reisenden». Weiter steht da zu lesen: «Sie gehören zu den beliebtesten zehn Prozent der Restaurants weltweit!»

Wie kommt die Auszeichnung bei Pächter Sören Schwitzky an? Empfindet er sie als reines Marketing-Bla-Bla oder freut er sich wirklich? «Solche Bewertungen werden je länger, je mehr immer wichtiger und sind für Buchungen relevant», sagt Schwitzky. «Auf dem gesamten Weg, den wir mit dem ‹Engel› gehen, ist die Auszeichnung sicher nur ein Teil vom Ganzen, sie zeigt uns aber, dass wir auf dem richtigen Weg und die Gäste glücklich bei uns sind.»

2015 haben Sören Schwitzky und seine Frau Patricia den «Engel» übernommen und gemeinsam mit ihrem Team hart für ihren jetzigen Ruf gearbeitet. Zuvor hatten die beiden das Hotel-Restaurant Hermann in Stansstad geführt. «Wir hatten einen enormen Druck bei der Neueröffnung», erinnert sich der gebürtige Berliner, der seit 25 Jahren in der Schweiz lebt, die Frohsinngesellschaft Stans als Präsident leitet und perfekt Mundart spricht. «Wir wollten auf keinen Fall auf die Älpler als Stammgäste verzichten.» Man sei immer ein bisschen weiter gekommen, resümiert er.

Der «Engel» in Stans hat eine Auszeichnung von Tripadvisor erhalten. Pächter Sören Schwitzky.

Der «Engel» in Stans hat eine Auszeichnung von Tripadvisor erhalten. Pächter Sören Schwitzky.

Ein Auftritt in der SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz», die Aufnahme bei den «Best-3-Star-Hotels» der Schweiz sowie 2018 der dritte Platz des Swiss Gastro Awards gehörten zu den Erfolgen auf dem Weg nach oben. Keine Frage, der «Engel» ist bei den Einheimischen etabliert. 2017 kam das Restaurant unverhofft in den «Gault-Millau». Aber Sören und Patricia entschieden sich ein Jahr später aus mehreren Gründen gegen den Eintrag. Sie erkannten die Tafel an der Eingangstür als Hemmschwelle für Gäste, die befürchteten, höhere Preise zahlen zu müssen.

Kontakt gesucht mit negativen Bewertern

«Wir machen unseren Job mit dem Herzen», betont Sören Schwitzky und ergänzt: «Die Auszeichnung von Tripadvisor bestätigt unsere Philosophie, die wir leben.» Natürlich weiss auch er, wie er den sehr subjektiven Blick einzustufen hat. «Die Empfindlichkeit des Gastes ist jeweils anders. Wir versuchen jeden Tag, unser Bestes zu geben, wir sind aber auch nur Menschen. Wenn wir mittags vielleicht 60 Gäste haben und alle auf einmal kommen, kennt der Gast die Maschinerie dahinter vielfach nicht. Wir kochen frisch und reissen kein Päckli auf, das braucht seine Zeit.»

Am liebsten ist ihm, wenn Gäste direkt äussern, falls sie mal unzufrieden sind. Das gibt dem Team Gelegenheit, Fehler wiedergutzumachen. «Der Gast hat die Wahl», weiss Schwitzky, «er muss nicht zu uns kommen.» Und so bemüht er sich, negativen Bewertern nachzurecherchieren, um zu verstehen, was sie verärgert hat. Und auch das hat es schon gegeben: «Ein Gast bewertete uns negativ, ich konnte mit ihm in Kontakt treten und fand heraus, dass er gar nicht bei uns eingekehrt war, sondern in einem anderen Restaurant im Dorf.»