Nidwalden
Fuss- und Veloweg Oberdorf–Büren ist für Verbände eine «tickende Zeitbombe»

Pro Velo Unterwalden und der VCS bemängeln, dass der geplante Weg vorgeschriebene Normen nicht einhalte. Dennoch wollen sie dagegen keine Beschwerde einreichen.

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Zwischen dem Ortsausgang Oberdorf (Wil) und dem Knoten Kreisel Büren soll die Kantonsstrasse saniert werden, wie der Landrat kürzlich beschlossen hat (wir berichteten). «Dabei wird ein Fuss- und Veloweg gebaut, der nicht den Normen entspricht», schreiben Pro Velo Unterwalden und der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) in einer gemeinsamen Mitteilung.

Hier soll der neue Fuss- und Veloweg durchführen.

Hier soll der neue Fuss- und Veloweg durchführen.

Bild: Matthias Piazza (Oberdorf, 8. Juli 2022)

Beide Verbände hätten sich für eine Verbesserung der Querungsstelle Hostettli/Wisstürli und eine verkehrssichere Lösung beim Fuss- und Veloweg eingesetzt. «Die Querungsstelle wird dank des Einsatzes der Regierung, der Planung durch das Amt für Mobilität und schlussendlich durch einen Landratsentscheid sicherer.» Bei der Dimensionierung des Velo- und Gehwegs und des Trennstreifens sehe es aber «ganz anders aus».

Der Kombiweg werde gemäss Landratsentscheid «nur zweieinhalb Meter breit» und der Trennstreifen zur Strasse «lediglich einen halben Meter». Gemäss Handbuch des Bundesamtes für Strassen müsse ein Kombiweg aber mindestens drei Meter breit sein und der Trennstreifen eine Minimalbreite von einem Meter aufweisen. «Spätestens bei auftretenden Unfällen melden sich Untersuchungsbehörden und Versicherungen.»

Auf Beschwerde wird verzichtet

Der Landrat habe nicht nur Normen «in eindeutiger Weise missachtet», sondern damit auch den Kanton «aufs Glatteis geführt». Es stehe nun die Frage im Raum, wer haften würde, falls beispielsweise ein Velofahrer zu Fall kommt, weil er von einem Auto am Lenker touchiert würde. «Beide Organisationen sind enttäuscht.»

Das kantonale Strassengesetz verlange in Artikel 2, dass die Strassen den verkehrstechnischen Anforderungen zu genügen haben und dass sie insbesondere eine sichere Abwicklung des Verkehrs gewährleisten sollen, schreiben die Verbände weiter. «Die Kombination von zu schmaler Radwegbreite mit massiv zu wenig Trennstreifenbreite erachten Pro Velo und VCS als eine tickende Zeitbombe.» Ob ein Gericht dies auch so sehen würde, sei aber eine andere Frage. Die Organisationen verzichten wegen des unsicheren Ausgangs auf eine Beschwerde.

Als stossend werde empfunden, dass in Nidwalden «bei Autoverkehrsanlagen alle Normen stets genau eingehalten und bei Fuss- und insbesondere bei Veloverkehrsanlagen diese immer wieder verletzt» würden. «Wir befinden uns in einer Klima- und Energiekrise und das Velofahren sollte unbedingt gefördert werden. Damit dies gelingt, muss die Qualität der Infrastruktur steigen und im Minimum den vorgeschriebenen Normen entsprechen.» (lur)