Nidwalden
Neuer Anlauf für Revision des Kinderbetreuungsgesetzes gestartet

Um mögliche Modelle für eine künftige Kinderbetreuung zu finden, hat der Kanton eine Zukunftswerkstatt lanciert. 70 Teilnehmende haben über grundlegende Fragen diskutiert.

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An einer Zukunftswerkstatt haben 70 Teilnehmende über mögliche Rahmenbedingungen der familienergänzenden Kinderbetreuung diskutiert. Dies hat der Kanton Nidwalden lanciert, um einen neuen Anlauf für die Revision des Kinderbetreuungsgesetzes des Kantons zu starten, heisst es in einer Mitteilung des Kantons.

Dieses Gesetz ist seit 2013 in Kraft und deckt den vorschulischen Bereich ab. Darauf basierend können Beiträge der öffentlichen Hand an Eltern, Kindertagesstätten (Kitas) und Tagesfamilien ausgerichtet werden. Um den jüngsten gesellschaftlichen Entwicklungen und neuen Angeboten in der Kinderbetreuung Rechnung zu tragen, drängt sich eine Revision des Gesetzes auf. Eine erste Teilrevision wurde jedoch im Jahr 2020 sistiert, nachdem die Vernehmlassung sehr vielfältige und auseinandergehende Meinungen zu Tage gefördert hatte.

Rückmeldungen für Weiterentwicklung erhalten

Nun wird ein neuer Versuch gestartet. Die rund 70 Interessierten aus Politik, Gesellschaft, Arbeitswelt und Fachbereichen diskutierten über grundlegende Fragen zur Umsetzung der familienergänzenden Kinderbetreuung in Nidwalden wie: Soll sich die Kinderbetreuung auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf konzentrieren oder auch Kinder mit gesundheitlichen und sozialen Belastungen stärken? Wie weit soll der Staat überhaupt in die Kinderbetreuung eingreifen? Wie frei sollen Eltern bei der Wahl des Kinderbetreuungsmodells sein, wenn sie Förderbeiträge von Kanton und Gemeinden beantragen?

Gesundheits- und Sozialdirektor Peter Truttmann.

Gesundheits- und Sozialdirektor Peter Truttmann.

Bild: Urs Hanhart (Ennetbürgen, 6. Februar 2022)

Ziel der Zukunftswerkstatt sei es gewesen, die künftige Ausrichtung, Ziele und Modelle der familienexternen Kinderbetreuung zu beleuchten und Rückmeldungen für die Weiterentwicklung der Gesetzesvorlage zu erhalten. Dies sei gelungen: «Es sind wertvolle Inputs geäussert worden, mit welchen wir die Stossrichtung für gute Rahmenbedingungen in der familienergänzenden Kinderbetreuung weiter schärfen können», wird Verena Wicki Roth, Vorsteherin des Sozialamtes, in der Mitteilung zitiert. Gesundheits- und Sozialdirektor Peter Truttmann zeigte sich ebenfalls erfreut über das interaktive Programm: «Gemeinsam mit den Mitwirkenden haben wir das Fundament für ein zeitgemässes und mehrheitsfähiges Kinderbetreuungsgesetz legen können.» (cn)