Nidwalden
Neue Kollegi-Sporthalle kann geplant werden

Der Landrat hat einen Planungskredit für eine neue Kollegi-Sporthalle genehmigt. Die FDP scheiterte mit einem Rückweisungsantrag.

Martin Uebelhart
Drucken

Der Ersatz der heutigen Turnhallen der kantonalen Mittelschule in Stans sei unbestritten notwendig, sagte Bildungsdirektor Res Schmid am Mittwoch im Nidwaldner Landrat. Dafür beantragte der Regierungsrat einen Planungskredit von 1,58 Millionen Franken. Bereits 2020 hatte der Regierungsrat einen Planungskredit beantragt. Nach Kritik aus den drei vorberatenden Kommissionen zog er den Antrag zurück.

Die Turnhallen des Kollegi in Stans.

Die Turnhallen des Kollegi in Stans.

Bild: Matthias Piazza (Stans, 10. Juni 2022)

Es wurden vertiefte Machbarkeitsstudien erarbeitet und diverse Gutachten eingeholt. Unter anderem auch von der der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission, der Eidgenössischen Denkmalschutzkommission sowie der kantonalen Kommission für Denkmalpflege. Beim Heimat- und Denkmalschutz fiel die von der Regierung bevorzugte Variante «Im Berg» durch. «Diese Variante ist nicht realisierbar», hielt Res Schmid fest. Bei Beschwerden sei davon auszugehen, dass sich das Bundesgericht an den Empfehlungen dieser Kommissionen orientiere.

Die Erschliessung soll nach wie vor über die Mürgstrasse erfolgen. «Für die Überprüfungen und Abklärungen der Erschliessung wurden zehn verschiedene Varianten geprüft», so Res Schmid. Wesentliche Verbesserungen liessen sich kaum erzielen. Allenfalls sollen Massnahmen zur Entlastung vorgesehen werden.

Bau soll im Sommer 2028 stehen

Der Regierungsrat geht aus heutiger Sicht von Kosten von 17 bis 20 Millionen Franken aus. Der Bau soll im Sommer 2028 vollendet sein. Die drei vorberatenden Kommissionen unterstützten den Planungskredit. Delf Bucher (Grüne, Buochs) hielt namens der Kommission für Bildung, Kultur und Volkswirtschaft fest, man sei sehr gut und vertiefend über das Projekt informiert worden. Mit Blick auf die innovative Variante «Berg» meinte er: «Wir werden die Bundeskommissionen nicht überwinden.»

Josef Bucher (Mitte, Buochs) sprach für die Kommission für Bau, Planung, Umwelt und Landwirtschaft und betonte, die vor zwei Jahren vermissten Entscheidungsgrundlagen seien umfassend und sorgfältig nachgereicht worden.

Christof Gerig (Mitte, Oberdorf) vertrat die Meinung der Finanzkommission. Er strich die Vorbildfunktion des Hochbauamts bei den Energiestandards hervor und begrüsste, dass die Halle im Minergie-Standard gebaut werden soll und die Errichtung einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach geprüft werde. Auch die Verkehrsanbindung sei diskutiert worden. «Die Finanzkommission hat jedoch die Verkehrssituation nicht als Killerkriterium für diesen Objektkredit beurteilt», so Gerig.

Notwendigkeit des Neubaus unbestritten

Nicht nur bei den Kommissionen, auch bei den Fraktionen war die Notwendigkeit eines Ersatzes für die Turnhallen unbestritten. Iren Odermatt (FDP, Dallenwil) hielt fest, dass eine eidgenössische Kommission von Anfang an den Takt angebe «statt wir Nidwaldnerinnen und Nidwaldner». Sie stellte die Frage in den Raum, weshalb man solche Gutachten bereits als definitiven Entscheid entgegennehme. Kritik übte sie an der Verkehrserschliessung über die Mürgstrasse.

Karin Costanzo (Mitte, Hergiswil) betonte, die Erneuerung der Halle müsse zeitnah geschehen. Darum müsse man dem Kredit jetzt zustimmen: «Je länger man wartet, desto teurer wird es am Ende.» Man solle das Machbare machen und nicht mehr dem Wünschbaren nachtrauern, sagte Toni Niederberger (Stans) für die SVP-Faktion.

GLP-Vertreterin Denise Weger (Stansstad) hielt fest, ihre Partei befürworte die ergänzenden Massnahmen, die der Kanton zur Entschärfung des Verkehrsproblems prüfen wolle. Dazu gehören eine Reduktion der Parkplätze beim Kollegium, ein Parkleitsystem und ein Fahrverbot ab dem «Culinarium Alpinum».

Rückweisungsantrag erhält kaum Unterstützung

Die Mehrheit der FDP-Fraktion stellte in der Detailberatung einen Rückweisungsantrag. «Uns ist bewusst, dass wir kurzfristig die Falschen abstrafen», sagte Iren Odermatt (FDP, Dallenwil). Insbesondere bei der Zufahrt und der Parkplatzsituation seien nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. «Eine langfristige Lösung für das Verkehrsproblem Mürgstrasse/Dorfkern soll jetzt angegangen werden», betonte sie.

Der Antrag erhielt keine Unterstützung aus anderen Fraktionen. Armin Odermatt (SVP, Oberdorf) etwa hielt fest, mit einer Rückweisung werde der notwendige Neubau nur um Jahre verzögert. Der Rückweisungsantrag der FDP wurde mit 12 Ja- zu 46 Nein-Stimmen bei 1 Enthaltung abgelehnt. Den Planungskredit genehmigte der Landrat in der Schlussabstimmung mit 54 Ja- zu 4 Nein-Stimmen bei 1 Enthaltung.