Nidwalden
Keine Milde für portugiesischen Velodieb ‒ Obergericht gewährt keine Strafreduktion

Er war an über 40 Einbruchdiebstählen beteiligt. Deswegen für zehn Jahre die Schweiz verlassen zu müssen, hält ein Portugiese aber für übertrieben ‒ nicht so das Nidwaldner Obergericht.

Lucien Rahm
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Er hätte sich eine kürzere Haftstrafe und einen halb so langen Landesverweis gewünscht. Ein 32-jähriger Portugiese zog das Urteil des Nidwaldner Kantonsgerichts, das ihn unter anderem wegen gewerbs- und bandenmässigem Diebstahl verurteilt hatte, ans Obergericht weiter (wir berichteten). Dort verlangte er Anfang Monat eine Reduktion seiner Freiheitsstrafe von fünf auf vier Jahre sowie eine fünf- statt zehnjährige Dauer für sein Einreiseverbot für die Schweiz.

Daraus wird nun aber vorerst nichts: Das Obergericht hat das Urteil der Vorinstanz nun bestätigt. Somit bleibt es für den Portugiesen bei fünf Jahren Haft und zehn Jahren Landesverweis. Einen Grossteil seiner Freiheitsstrafe hat er bereits abgesessen. Seit dreieinhalb Jahren befindet er sich in Sicherheitshaft in Kriens LU.

Schwere Vorstrafen

Dennoch sieht das Obergericht auch für eine bedingte Entlassung – diese kann erlaubt werden, wenn zwei Drittel der Haftstrafe verbüsst sind – keine Möglichkeit. Unter anderem deshalb nicht, weil der Mann schwere Vorstrafen vorzuweisen hat, beispielsweise wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung oder illegalem Waffenbesitz.

Rechtskräftig ist das Urteil des Obergerichts aber noch nicht. Die Beschwerdefrist beginnt erst mit dem ausführlichen Urteil zu laufen, welches noch erstellt werden muss.