Leserbrief
Kantonsspital Obwalden – wie weiter?

Leserbrief zum Artikel «Soll Kantonsspital geschlossen werden?» vom 26. Januar 2022.

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Für medizinische Interventionen durften wir im 2021 die hohe Sozial- und Fachkompetenz der Mitarbeitenden des Kantonsspitals Obwalden in Anspruch nehmen. Einerseits hochzufrieden mit der geleisteten Arbeit, anderseits enorm dankbar, dass wir die medizinische Versorgung hier vor Ort haben, stellen sich uns doch ein paar grundlegende Fragen zur Spitalsituation.

Die aktuellen Zeitungsartikel der Ärzteschaft und des Journalisten Romano Cuonz über die Spitalsituation ermutigen uns, unsere Gedanken zu teilen.

Warum müssen wir Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die Regierung aufmerksam machen auf eine offene Kommunikation? Eigentlich sollte es genau andersherum sein: Die Regierung nimmt uns mit auf den Weg der Lösungsfindung und das nicht erst kurz vor den Wahlen, um mit unverbindlichen Aussagen Engagement zu diesem anspruchsvollen Thema zu zeigen.

Vor geraumer Zeit, vor mehr als drei Jahren, wurde die Öffentlichkeit in einer kurzen Nachricht über eine Evaluation im Gesundheitswesen informiert. Seither tröpfeln bloss noch Kurzmeldungen herein, die aber grosse Ängste und Unsicherheiten schüren. Die Evaluation scheint noch nicht abgeschlossen zu sein. Personal und Bevölkerung werden im Ungewissen gelassen, welche Strategie der Gesundheitsversorgung in Obwalden vom Regierungsrat verfolgt wird. Die politischen Entscheide wären viel breiter abgestützt, wenn die daran interessierten Obwaldner und Obwaldnerinnen zusammen mit dem Spitalpersonal in diesen Prozess integriert würden.

Die Abgänge hochqualifizierter Kaderärztinnen und -ärzte haben auch etwas mit der «Perspektivlosigkeit», mit den Fragen rund um den Spitalerhalt zu tun. Was uns ängstigt, ist die Tatsache, dass die existenzielle Belastung dieser Unsicherheit noch mehr qualifizierte Angestellte veranlasst, das Spital Sarnen zu verlassen. Und? Können diese Lücken in der momentanen undurchsichtigen Lage wieder adäquat geschlossen werden?

Ein gutes Bildungsangebot und eine hochstehende Gesundheitsversorgung gehören unserer Meinung nach neben einer intakten Umgebung zu den Grundpfeilern eines attraktiven Lebensraumes und haben auch ihren Preis. Dass wir damit einverstanden sind, haben wir im März 2012 klar bewiesen mit der Zustimmung von 87,4 Prozent für den Ersatz des Bettentraktes.

Dieses Statement des Volkes verstehen wir als Auftrag an die Regierung, am Weiterbestand des KSOW festzuhalten und darum bemüht zu sein, den hohen Standard und die grosse Motivation gebührend zu unterstützen!

Roland und Evi Rossacher, Kerns