Leserbrief
Ein Flugplatz für die Reichen und Schönen

«Bund gibt grünes Licht für Flugplatz», Ausgabe vom 18. August

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Dass der Kanton den Pilatusflugzeugwerken ein optimales Umfeld zur Verfügung stellen soll, ist ja wohl unbestritten. Die Pilatuswerke, oder sagen wir besser die Menschen, Einkäufer, Bürolisten und Direktoren, mit denen ich Kontakt hatte, waren gute Kunden, und ich gab mein Bestes, um den Ansprüchen zu genügen.

Dass jetzt der Flugplatz Buochs als zivile Einrichtung gelten soll, hat meiner Ansicht nach nur am Rande mit den Pilatuswerken zu tun. Es geht doch einzig darum, dass die Reichen und die Schönen mit ihren Privatjets landen können und dann wahrscheinlich mit öffentlichen Geldern auf den Bürgenstock gekarrt werden. Denn wie das so ist, wenn Fakten geschaffen werden, wird irgendwann die Notwendigkeit da sein, die Strasse zu verbreitern. Die natürlich auch dann und «hauptsächlich» den Wanderern zugutekommen wird. Irgendein Bauernfänger wird das dem Volk schon verkaufen.

20'000 Flugbewegungen pro Jahr, was das für die heute schon lärmgeplagte Nidwaldner Bevölkerung bedeutet, auch wenn vorläufig ein Nachtflugverbot bestehen wird, kann mit einer einfachen Dreisatzrechnung aufgelöst werden. Zirka alle zehn Minuten ein Flugzeug und da sind die Werksflüge noch gar nicht eingerechnet.

Ich kann für mich ganz klar sagen, ich habe genug, Autobahn, schon heute viel Fluglärm, Baustellen bis «a Bach», Individualverkehr, Laubbläser und so weiter. Sogar wenn ich zur Balmkapelle wandere, ist Fluglärm und Autoverkehr zu hören. Für mich gibt es nur ein lautes Geräusch, das mir in den Ohren schmeichelt, das unserer Eisenbahn, der Zentralbahn.

Und ist Ihnen schon mal aufgefallen, auf Geldnoten lassen sich keine Musiknoten schreiben.

Michael Lange, Stansstad