Lenker ignorieren Tempo-40-Tafel bei der Baustelle in Hergiswil

Jedes fünfte Auto fährt zu schnell durch die Baustelle auf der Kantonsstrasse zwischen Hergiswil und Stansstad. Dies ist nicht nur für die Lenker gefährlich, sondern auch für Bauarbeiter.

Franziska Herger
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Bei der Baustelle auf der Kantonsstrasse zwischen Hergiswil und Stansstad wird der Verkehr einspurig geführt. (Bild: Franziska Herger, Hergiswil, 31. Mai 2019)

Bei der Baustelle auf der Kantonsstrasse zwischen Hergiswil und Stansstad wird der Verkehr einspurig geführt. (Bild: Franziska Herger, Hergiswil, 31. Mai 2019)

Bauarbeiter an der Baustelle zwischen Stansstad und Hergiswil müssen ganz besonders vorsichtig sein: Von Tausend gemessenen Fahrzeugen fuhr vergangene Woche im Bereich der Baustelle jedes Fünfte zu schnell (siehe Ausgabe vom Freitag). Zwei Lenker fuhren statt der momentan erlaubten 40 Kilometern pro Stunde gar mit 89 respektive 87 Stundenkilometern durch die Baustelle, die nur einstreifig befahren werden kann. Die Polizei erhob Strafanzeige, ein Administrativverfahren ist eingeleitet.

Warum so viele Autofahrer die Höchstgeschwindigkeit ignorierten, sei schwierig zu sagen, meint Lorenz Muhmenthaler, Leiter der Nidwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, auf Anfrage. «Die Leute denken wohl, wenn die Ampel orange blinkt, hätten sie freie Fahrt und beschleunigen einfach. Dabei müssen sie mit Bauarbeitern und Baumaschinen rechnen.» Die temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 Kilometer pro Stunde sei denn auch zum Schutz der Bauarbeiter da. «Bei dem Verkehr längere Zeit auf der Baustelle zu arbeiten, das ist nicht ohne», so Muhmenthaler.

Tempo 60 auf der A2 geplant

Im Juli soll die Baustelle auf der Kantonsstrasse aufgehoben werden. Dann verlagern sich die Bauarbeiten auf die A2. Die Kantonspolizei kündigt jetzt schon an, dass im Baustellenbereich zwischen Hergiswil und der Kantonsgrenze zu Luzern in Bezug auf die Verkehrssicherheit vermehrt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden sollen.

Die Höchstgeschwindigkeit auf dem betroffenen Autobahnabschnitt wird temporär von 80 auf 60 Kilometer pro Stunde reduziert werden. «Noch tiefer geht auf der Autobahn nicht», sagt Lorenz Muhmenthaler. Trotzdem: Die Höchstgeschwindigkeit sei ein Richtwert, man dürfe durchaus auch langsamer fahren. «Das Tempo im engen und unübersichtlichen Baustellenbereich korrekt anzupassen, um sich und andere nicht zu gefährden, liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Lenkers.»