Jodlercheerli Brisäblick, Oberdorf
Die Sehnsucht nach Jodelgesang wird wieder gestillt

Mit seinem Frühlingskonzert in der Bruderklausenkirche Büren landete das Jodlercheerli Brisäblick einen Volltreffer.

Otmar Näpflin
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Vorerst ist eine kleine Rückblende vor Corona sicher erlaubt. Kenner wissen, dass die Brisäblick-Jodler jeweils Anfang März zu ihren zwei Konzerten in der Aula des Schulhauses Oberdorf laden. Ihnen war ein grosser Publikumsaufmarsch gewiss, denn die Aufführungen waren bis anhin innert Kürze jeweils ausverkauft. Weder enge Platzverhältnisse noch die «vornehme» Sitzgelegenheit auf einer Festbankgarnitur spielten eine Rolle. Wichtig war, dass man einen Platz auf sicher hatte und zuhören konnte.

Das Jodlercheerli Brisäblick sang sich in die Herzen des Publikums.

Das Jodlercheerli Brisäblick sang sich in die Herzen des Publikums.

Bild: Otmar Näpflin
(Büren, 3. April 2022)

Die Pandemie bremste aber die bisherige Normalität ganz abrupt aus und verunmöglichte dreimal eine Durchführung. «Erschwerend wirkte sich auch der Probenbetrieb aus», erklärte Dirigentin Antonia Gasser. Und fügte an: «In stetig neuen Besetzungen von Kleingruppen gelang es uns aber im vergangenen Winter, sängerisch dranzubleiben, um der Vergesslichkeit von Text und Ton vorzubeugen.»

Endlich wieder juizä und singä!

Ganz anders nun am vergangenen Sonntagabend. Das genannte Gotteshaus, das über «diänigi» Kirchenbänke verfügt, durfte als Austragungsort eines klangvollen Jodlerkonzertes genutzt werden.
Rund 350 Personen fanden sich erwartungsfroh im Kirchenraum ein und konnten den stimmungsvollen Auftakt kaum erwarten. In seinem Grusswort hielt Cheerli-Präsident Albert Lussi fest, dass kurzfristig entschieden wurde, ein einfaches, aber abwechslungsreiches Konzert zu organisieren. Dann setzte sich der Gastgeber in Szene und sorgte mit seinen ersten beiden Vorträgen, dem «Büntenjuiz» und «Schneeluft», für Gefühlsausbrüche und Hühnerhautmomente. Ein Auftakt nach Mass, der Zeugnis gab, dass die Sangesfreude zurückgekehrt ist. Die Bestätigung erfolgte in ihren weiteren Darbietungen von Liedern und Juiz. Denn das Register der Vorjodler meisterte seinen Part bestechend sicher, und die Begleitstimmen sorgten für ein robustes Klangfundament.

«Stimmig»-Gesangsperlen

Die als Terzett auftretende Formation Stimmig setzt sich aus Adelina Hasler, Lea Mathis und Antonia Gasser zusammen. Sie hatten sich vor fünf Jahren an der Musikhochschule Luzern kennen gelernt. Singen nimmt bei den drei Frauen mit Masterabschluss grossen Stellenwert ein. Ihr Repertoire ist sehr vielseitig und reicht von alten, ausdrucksstarken Volksliedern über Evergreens und Popsongs bis hin zu den Klassikern der Weihnachtszeit. Für den Auftritt in Büren wählten sie verschiedene alte Schweizer Volkslieder wie «Stets i Truure», «Härz, mis Härz» und weitere. Antonia Gasser als Ansagerin erklärte dazu: «Wir greifen damit auf ein Kulturgut zurück, das über 200-jährig ist. Es ist besonders spannend, dadurch diese Zeit kennen zu lernen und sich vorzustellen, wie die Welt von damals war.»

Diesen Worten liess das Frauentrio auf vorzügliche Weise Taten folgen. Denn der hochstehende A-cappella-Gesang erfuhr eine freudige, gemütvolle, aber auch melancholische Interpretation, die dank Adelina Haslers Gestik zusätzlichen Unterhaltungswert erhielt. Auch die Stöcklibuebe unterstrichen mit ihren lüpfigen Melodien, dass auf dem Ländlermusiksektor Aufbruchstimmung herrscht. Das Fazit dieses geglückten Neustarts fiel klar und deutlich aus: «Eifach nur scheen!»