Hergiswil
Gemeinde verkauft Wärmeverbund Grossmatt/Zwyden an das EWN

Seit diesem Jahr gehört der Wärmeverbund in Hergiswil dem Elektrizitätswerk Nidwalden. Und er wächst weiter.

Matthias Piazza
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Im Raintobel wird das geschlagene Holz als Holzschnitzel verarbeitet und im zwei Kilometer entfernten Wärmeverbund Grossmatt/Zwyden verheizt.

Im Raintobel wird das geschlagene Holz als Holzschnitzel verarbeitet und im zwei Kilometer entfernten Wärmeverbund Grossmatt/Zwyden verheizt.

Bild: PD (Hergiswil, 27. Februar 2008)

Er heizt seit 15 Jahren unter anderem zuverlässig das Seniorenzentrum Zwyden und das Schulhaus Grossmatt mit dem Loppersaal. Nun ist er in neue Hände übergegangen. Auf Anfang Jahr hat das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) den Betrieb des Wärmeverbunds Grossmatt/Zwyden mit sämtlichen Rechten und Pflichten von der Gemeinde übernommen. Das EWN hatte sich gegen rund ein Dutzend weiterer Kaufinteressenten durchgesetzt. Im vergangenen Sommer hatten die Hergiswiler einem entsprechenden Verkauf des Wärmeverbunds der Gemeinde zugestimmt und gleichzeitig auch der Erweiterung mit den Wohnüberbauungen Allmendli und Untersteinhof.

«Der Betrieb eines Wärmeverbundes gehört nicht zu den Kernaufgaben eines Gemeinwesens», begründet der Hergiswiler Gemeindepräsident Remo Zberg den Verkauf. Zudem würden die gebundenen Personalressourcen vermehrt in der Hauswartung der gemeindeeigenen Liegenschaften benötigt. «Mit dem EWN als Energiespezialisten haben wir den richtigen Partner dafür gefunden.» Für die bestehenden Kunden würde sich nichts ändern, die Konditionen blieben dieselben.

EWN versteht sich immer mehr als Gesamtenergiedienstleister

Mit dem Kauf eines Wärmeverbunds betritt das EWN Neuland. «Wir verstehen uns immer mehr als Gesamtenergiedienstleister, der Privat- und Firmenkunden nicht nur mit Strom, sondern auch mit Wärme und Kälte versorgt», erklärt EWN-Direktor Remo Infanger. Er geht davon aus, den Wärmeverbund gewinnbringend betreiben zu können. Zahlen über die Höhe des Verkaufs will er nicht bekanntgeben.

Zurzeit sind 16 Liegenschaften am Verbund angeschlossen – inklusive des Gebiets Allmendli. Mit der Liegenschaft Untersteinhof nehme man in Kürze Verhandlungen auf.

Auch das Dorfzentrum soll an einen Wärmeverbund

Auch wenn die Gemeinde den Wärmeverbund nicht mehr selber betreibt, will sie sich für deren Ausbau weiterhin einsetzen. So ist sie mit dem EWN eine strategische Zusammenarbeit eingegangen, um auch den Gemeindeteil im Gebiet des Dorfzentrums mit Kirche und Dorf-Schulhaus an einen Wärmeverbund anzuschliessen. «Wir möchten möglichst vielen Liegenschaftsbesitzern den Anschluss an diese klimaneutrale Wärmeversorgung ermöglichen», erklärt Remo Zberg.

«Mit Holzschnitzeln als Brennstoff, den wir der Korporation Hergiswil abkaufen, ist der Wärmeverbund ökologisch und auch effizient, je mehr Anschlüsse er umfasst», ergänzt Remo Infanger. Auch spricht er von einer praktischen und günstigen Lösung. «Statt einer grossen Ölheizung mit einem Tank braucht es nur einen kleinen Wärmetauscher, der Liegenschaftsbesitzer hat damit praktisch keinen Aufwand.» Er rate darum allen Liegenschaftsbesitzern den Anschluss an einen Wärmeverbund, sofern einer in der Nähe vorhanden sei.

Remo Infanger, Direktor EWN (links), und Remo Zberg, Gemeindepräsident Hergiswil, bei der Vertragsunterzeichnung.

Remo Infanger, Direktor EWN (links), und Remo Zberg, Gemeindepräsident Hergiswil, bei der Vertragsunterzeichnung.

Bild: PD (Hergiswil, 17. Dezember 2021)