Hergiswil
Volk hat Wahl zwischen Parteilosem und FDP-Kandidaten

Für den freien Gemeinderatssitz kandidieren der parteilose Reto Erdin und Daniel Stadler von der FDP.

Matthias Piazza Jetzt kommentieren
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Das Seeufer in Hergiswil mit dem Gemeindehaus im Hintergrund.

Das Seeufer in Hergiswil mit dem Gemeindehaus im Hintergrund.

Bild: PD

Der Rücktritt von Remo Zberg als Gemeindepräsident auf Ende Juni hat eine Rochade ausgelöst. Denn der 69-jährige Remo Zberg von der FDP stellt sich einerseits nicht mehr der Wiederwahl für das Gemeindepräsidium, dessen Amtszeit zwei Jahre dauert, er tritt auch vorzeitig aus dem Gemeinderat aus, obwohl die Erneuerungswahlen dafür erst in zwei Jahren anstehen. Für den Rest der vierjährigen Gemeinderats-Amtszeit, die noch bis Ende Juni 2024 dauert, braucht's also ein neues Gemeinderatsmitglied. Wer am 1. Juli neu im siebenköpfigen Gremium Einsitz haben wird, entscheiden die Hergiswilerinnen und Hergiswiler am 15. Mai. Zur Wahl stellen sich Reto Erdin (parteilos) und Daniel Stadler (FDP). Ein allfälliger zweiter Wahlgang findet am 12. Juni statt.

Reto Erdin (parteilos).

Reto Erdin (parteilos).

Bild: PD (26. März 2022)

«Ich möchte mich aktiv in der Gemeindepolitik einbringen und als Parteiloser der Bevölkerung eine Alternative zum FDP-Kandidaten bieten», begründet Reto Erdin seine Kandidatur.

«Ich bin überzeugt, frischen Wind und neue Ideen in den Gemeinderat einbringen zu können.»

Die hohen Wohnungspreise und der Verkehr, unter dem die Bevölkerung leide, erachtet er als anzupackende Probleme.

Bei der letzten regulären Gesamterneuerungswahl vor zwei Jahren hat er noch auf eine Kandidatur verzichtet. «Der Zeitpunkt war ungünstig, ich hatte mit meiner Frau gerade das Glasi-Pub übernommen.» Nun sei er eingearbeitet und bereit für dieses Milizamt, das sich gut mit seiner Tätigkeit als Gastronom vereinbaren lasse, zumal am Dienstagabend, wenn jeweils Gemeinderatssitzungen stattfinden, das Pub geschlossen sei. Sollte er bei einer allfälligen Wahl wie erwartet das freigewordene Departement Liegenschaften bekommen, würde ihn das besonders freuen.

«Für mich steht die Sache im Vordergrund und nicht Parteipolitik, auch kann ich mich mit keiner bestehenden Partei voll identifizieren», begründet der 42-Jährige seine Parteilosigkeit, der sich politisch im Bereich der FDP, GLP und Mitte verortet.

Daniel Stadler begrüsst Kampfwahl

Daniel Stadler (FDP).

Daniel Stadler (FDP).

Bild: PD (22. März 2022)

«Ich will meine Erfahrung und mein Wissen als Ingenieur in Energie- und Gebäudetechnik im Gemeinderat einbringen», begründet Daniel Stadler seine Kandidatur. Das frei werdende Departement Liegenschaften wäre daher wie geschaffen für ihn. Dort sehe er auch noch Entwicklungspotenzial, er denke da etwa an den Ausbau oder die Optimierung von Wärmeverbundsystemen. Bei den Gesamterneuerungswahlen vor zwei Jahren kandidierte er noch nicht. «Damals war ich noch in der Geschäftsleitung eines Ingenieurbüros mit rund 60 Mitarbeitenden. Das wäre mit dem Gemeinderatsamt nicht zu vereinbaren gewesen. Nun bin ich Ende 2021 aus der Geschäftsleitung ausgetreten und arbeite neu in einem 80-Prozent-Pensum», erklärt der 61-Jährige. Dem Gegenkandidaten Reto Erdin ist er in gewissem Sinne dankbar.

«So wird eine richtige Wahl ermöglicht. Wenn man in stiller Wahl Gemeinderat wird, ist das, als ob man nichts dafür tun musste.»

Keine Wahl ist für das Präsidium und Vizepräsidium nötig. In stiller Wahl wurde Ende März der bisherige FDP-Gemeinderat Daniel Rogenmoser als Gemeindepräsident gewählt. Für zwei weitere Jahre als Gemeindevizepräsidentin ist Christa Blättler-Siegrist von der Mitte gewählt.

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