Handball
Ein Neuer und ein Rückkehrer

Der BSV Stans empfängt am Sonntag zum NLB-Saisonstart Birsfelden. Nando Kuster gibt nach langer Verletzungspause ein Comeback.

Stephan Santschi
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Für ihn war es eine Seuchensaison, nur die Hälfte aller NLB-Spiele machte er mit. Mitte Dezember 2021 erlitt Nando Kuster nach einem harten Foul eine Schultereckgelenkssprengung. Kaum genesen, ereignet sich im Februar 2022 in Birsfelden das nächste Malheur. «Als ich meinen Gegenspieler zu Boden legte, fragte er mich, ob ich ihm den Arm brechen wolle», erinnert sich Kuster. «Ich erwiderte: Nein, aber ich glaube, bei mir ist gerade etwas gebrochen.» Tatsächlich brach das Handgelenk, seine Saison war zu Ende. Nur wenn es im Abstiegskampf nötig geworden wäre, hätte sich der 1,93-Meter grosse Kreisläufer und Abwehrchef am Ende nochmals zurückgemeldet.

Nando Kuster wird nach seiner Verletzungspause am Sonntag wieder für den BSV Stans im Einsatz stehen.

Nando Kuster wird nach seiner Verletzungspause am Sonntag wieder für den BSV Stans im Einsatz stehen.

Bild: Philipp Schmidli (Stans, 12. September 2020)

Am Sonntag, wenn der BSV Stans die neue NLB-Saison mit einem Heimspiel eröffnet (17 Uhr, Eichli), heisst der Gegner erneut Birsfelden und Nando Kuster wird wieder auf der Platte stehen. «Körperlich ist alles wieder gut, die Vorfreude ist gross», sagt der 24-Jährige. Für die Nidwaldner ist das Comeback des Aggressivleaders wie ein Neuzuzug. Vor allem in der Abwehr wurde sein herzhaftes Eingreifen vermisst, so richtig stabil wirkte die Defensivarbeit während der gesamten Spielzeit nicht. «Wir spielten mit dem 5:1 oft in einem neuen System, nun haben wir in der Vorbereitung den Fokus auf das 6:0 gelegt. Wir können beides spielen, das macht uns stärker.»

Ivan Medic – der Königstransfer

Im Innenblock wird ein neuer Mann an Kusters Seite stehen: Ivan Medic. Der 23-jährige Kroate, der zuletzt in Bosnien spielte, ersetzt Basil Gnos, der eine Pause einlegt. «Er ist gut ausgebildet und bereits sehr gut integriert», erklärt Nando Kuster. Neben der zentralen Rolle in der Verteidigung soll der Rechtshänder auch im Angriff viel Verantwortung übernehmen. Der 1,94-Meter grosse Medic ist im linken Aufbau zu Hause, kann dank seiner Übersicht und seiner Wurfstärke allerdings auf allen drei Positionen im Rückraum eingesetzt werden.

Der brasilianische Spielmacher Fernando Skrebsky Dutra hat derweil mehr Einfluss im Training und unterstützt Trainer Ralf Stojan in der Schulung der Offensive. «Er sagt uns, wie wir vorne spielen sollen, wo wir hinzulaufen haben», erzählt Kuster und als Kreisläufer hält er aus eigener Erfahrung fest: «Wenn wir uns daran halten, entstehen grössere Räume und wir können in jedem Angriff eine 100-prozentige Chance herausspielen.» Generell bezeichnet Kuster den Teamspirit, das Tempospiel und die Unberechenbarkeit als Stanser Stärken.

Ungewissheit bei Ramon Pereira de Oliveira

Da mit Ausnahme der Rochade Gnos/Medic keine Mutationen zu verzeichnen sind, treten die Stanser mit einem eingespielten Kollektiv an. «Den siebten Platz aus der letzten Saison wollen wir bestätigen. Wenn wir komplett sind, liegt sogar mehr drin», glaubt Kuster. Eine Personalie, die weiterhin Sorgenfalten generiert, ist jene des zweiten Brasilianers im Kader, Ramon Pereira de Oliveira. Der rechte Aufbauer ist auch nach der Knieoperation nicht beschwerdefrei.

Ramon Pereira de Oliveira (hier im Spiel gegen Handball Staefa) ist nach seiner Knieoperation noch nicht vollständig genesen.

Ramon Pereira de Oliveira (hier im Spiel gegen Handball Staefa) ist nach seiner Knieoperation noch nicht vollständig genesen.

(Bild: Patrick Huerlimann, Stans, 19. Maerz 2022)

Umbruch im Stanser Frauenteam

Die SPL2-Frauen des BSV Stans starten bei Brühl II (Sa 19.15 Uhr, Kreuzbleiche) in die Saison. Das Kader ist stark verjüngt, der Klassenerhalt wird zur grossen Herausforderung. Mit den Abgängen Nadja Fellmann, Sarah Rossi, Barbara Schiffmann, Jsabel Kretz und der kurzfristig reaktivierten Flavia Kuster gehen viel Qualität und Routine verloren. Trainerin Gréta Grandjean bläst deshalb aber nicht Trübsal, gewohnt optimistisch, gewinnt sie der Situation positive Seiten ab. «Wenn wir im Angriff die Tore auf mehrere Schultern verteilen, muss das ja nicht unbedingt schlecht sein.»

Viel Verantwortung soll Neuverpflichtung Bettina Baróti übernehmen. Die 19-jährige Ungarin wird im Zentrum decken und soll im linken Aufbau Topscorerin Fellmann ersetzen. Neu dabei ist Linkshänderin Petya Milinova, die 32-jährige Bulgarin wird dem jungen Team mit ihrer Erfahrung helfen. Ein Comeback nach langer Verletzungspause gibt Sina Kuster. (ss)