Grossinvestition
Die Stanser Genossen erweitern den Wärmeverbund

18 Millionen Franken investiert die Genossenkorporation Stans in die Erweiterung des Wärmeverbundes.

Richard Greuter
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Die Genossenkorporation Stans betreibt seit 2007 in Oberdorf einen der grossen Wärmeverbunde in der Region. Dieser Wärmeverbund mit CO2-neutraler Wärme wird nun ausgebaut. An der Genossengemeinde von Mitte Juni 2021 gaben die Genossenbürgerinnen und -bürger grünes Licht für den Ausbau des Leitungsnetzes Richtung Schulhaus Oberdorf und Stanser Niederdorf. Für die ersten vier Ausführungsetappen von der Heizzentrale in Oberdorf bis ins Niederdorf sind rund 8 Millionen Franken bewilligt. Weitere 2 Millionen sind für die fünfte Ausführungsetappe Richtung Schulhaus Oberdorf vorgesehen. Der Umbau und die Erneuerung der Heizzentrale kosten 7,5 Millionen Franken.

Mit dem Spatenstich in Form von Verlegen von Leitungsrohren eröffnet die Genossenkorporation Stans den Ausbau des Wärmeverbundes. Durch diese tonnenschwere Rohre fliesst später Heizwasser mit einer Temperatur von zirka 80 Grad.

Mit dem Spatenstich in Form von Verlegen von Leitungsrohren eröffnet die Genossenkorporation Stans den Ausbau des Wärmeverbundes. Durch diese tonnenschwere Rohre fliesst später Heizwasser mit einer Temperatur von zirka 80 Grad.

Bild: Richard Greuter (Oberdorf, 9. Februar 2022)

Eines der grössten Bauwerke der Stanser Genossen

Für den Genossenvogt Klaus Kayser ist es «eines der grössten Bauwerke der Korporation Stans». Am Mittwoch ist der Spatenstich erfolgt. In einer kurzen Begrüssung zum Spatenstich, in Form von Transport und Verlegen von Heizungsrohren, dankte er allen Mitwirkenden und auch den Landbesitzern für die Durchleitungsrechte. «Sie alle haben sich intensiv und mit viel Einsatz hingegeben und zu guten Lösungen beigetragen», fasste Kayser zusammen. Mit viel Fingerspitzengefühl zeigte Forstchef Ueli Barmettler im Traktor sinnbildlich auf, wie man tonnenschwere Leitungsrohre zentimetergenau verlegen kann.

Genossenvogt Klaus Kayser (links) im Traktor mit Forstchef Ueli Barmettler.

Genossenvogt Klaus Kayser (links) im Traktor mit Forstchef Ueli Barmettler.

Bild: Richard Greuter (Oberdorf, 9. Februar 2022)

Wie viele Haushalte vom neuen Wärmeverbund profitieren, ist noch offen. Bauherrenvertreter Max Ziegler und Peter Lussi von der Baukommission rechnen mit 500 bis 600 Haushalten und einigen grösseren Objekten. «Mit Interessenten führen wir laufend Gespräche», sagte Max Ziegler. Die Kundenakquise sei ein dauernder Prozess, ergänzte Peter Lussi von den Stanser Genossen.

Im Herbst 2023 ist das Niederdorf am Wärmenetz

In den ersten Ausführungsetappen verlegen die Stanser Genossen in den nächsten Monaten etwas mehr als acht Kilometer Heizrohre. Als erstes Teilprojekt folgt die Erschliessung des Niederdorfs in Stans. Ab Mitte März ist die Erschliessung im Kerngebiet des Niederdorfs mit dem Fernwärmenetz an der Reihe. Koordiniert werden die Arbeiten mit den seit längerem geplanten Umbau- und Erneuerungsarbeiten der Wasserversorgung Stans.

Gleichzeitig wird die Gemeinde Stans innerhalb der Projektperimeter das Trennsystem umsetzen und das Elektrizitätswerk Nidwalden sein Netz punktuell ergänzen. «Die dadurch entstehenden Synergien bei den Tiefbauarbeiten wollen wir sinnvoll nutzen und dabei gleichzeitig die Leitungsrohre verlegen», begründet die Genossenkorporation Stans das Vorgehen. Im Herbst 2023 ist der Abschluss der Erschliessung des Gebietes Niederdorf mit Fernwärme vorgesehen.

Als fünfte Etappe ist die Netzerweiterung Richtung Schulhaus Oberdorf geplant. Stimmt die Schulgemeinde dem Anschuss an den Wärmeverbund zu, können auch weitere Grundeigentümer mit Fernwärme versorgt werden.

Neue Nutzer verlangen mehr Heizleistung

Derzeit laufen Umbau und Erneuerungsarbeiten in der Heizzentrale in Oberdorf. Die Genossenkorporation Stans verabschiedet sich von der Holzverstromungsanlage und damit von der Stromproduktion. Als Ergänzung zur bestehenden Feuerung ist ein Kombiofen vorgesehen, der mit Alt- und Waldholz befeuert werden kann und eine Leistung von voraussichtlich 4 Megawatt erreicht. Dies ermöglicht eine Steigerung der Wärmeleistung von 5,6 auf 7,6 Megawatt. Zwei neue Wärmespeicher mit einem Fassungsvermögen von je 150 Kubikmeter Wasser werden Mitte April angeliefert und noch in diesem Herbst in Betrieb genommen. Die Inbetriebnahme des neuen Kombiofens ist für den Herbst 2023 vorgesehen.

Jährlich werde 25'000 Kubikmeter Holz genutzt

In Nidwalden sind 7750 Hektaren bewaldet. Dies entspricht 28 Prozent der gesamten Kantonsfläche. Etwas mehr als die Hälfte sind Schutzwälder. Aktuell wird in Nidwalden pro Jahr rund 25’000 Kubik Holz genutzt. 70 Prozent davon wird als Energie- oder Brennholz verwertet. Würden die Nidwaldner Forstbetriebe jährlich 40’000 Kubikmeter Holz schlagen, wäre dies gemäss der Genossenkorporation Stans immer noch nachhaltig. (RG)