Stans
Die jüngste Nidwaldner Partei streckt ihre Fühler aus – und erhält Tipps

Die Grünliberale Partei Nidwalden feierte im Chäslager ihre Neugründung. Dabei blieb sie aber nicht unter sich. Selbst aus dem anderen Ende des Spektrums gab's Gratulationen. Und hohen Besuch aus den eigenen Reihen.

Matthias Piazza
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Co-Präsident Matthias Christen (vorne) mit den Podiumsteilnehmern der Nidwaldner GLP-Gründungsversammlung im Stanser Chäslager.

Co-Präsident Matthias Christen (vorne) mit den Podiumsteilnehmern der Nidwaldner GLP-Gründungsversammlung im Stanser Chäslager.

Bild: Dominik Wunderli (Stans, 26. August 2021)
Melanie Mettler, Vizepräsidentin GLP Schweiz.

Melanie Mettler, Vizepräsidentin GLP Schweiz.

Bild: Dominik Wunderli (Stans, 26. August 2021)

«Auch in Nidwalden hat's Platz fürs grünliberale Gedankengut», freute sich Melanie Mettler, Berner Nationalrätin und Vizepräsidentin der Grünliberalen Partei Schweiz (GLP) an der Gründungsversammlung der GLP Nidwalden über die Geburt einer weiteren Kantonalpartei. Mit der geplanten Gründung der Kantonalpartei beider Appenzell sei Uri der letzte weisse Flecken auf der Karte. «Positionen zu vertreten sind einfach, aber zum Gestalten muss man zusammenarbeiten», gab sie den Mitgliedern der jüngsten Sektion mit auf den Weg.

«Ideen werden besser, wenn man sich mit allen Kräften an einen Tisch setzt.»

Und freute sich darum besonders über das breite Spektrum der Podiumsteilnehmer und der rund 50 Gästen, die am Donnerstagabend im Stanser Chäslager aufkreuzten. Mit Ausnahme der SP waren sämtliche politische Parteien Nidwaldens vertreten. Und diese brachten dem Neuling viel Wohlwollen entgegen. «Ja, es braucht eine solche Partei in unserem Kanton», meinte etwa Podiumsteilnehmerin und Stansstader Grüne-Landrätin Elena Kaiser. «Ich bin eine grosse Freundin von Vielfalt in jeder Lebenslage. Mehr Meinungen und mehr Ideen führen zu einem besseren Ziel», gab sich die Unternehmerin überzeugt. Sie würde eine Zusammenarbeit schätzen. Als Grüne sei man in Nidwalden bisher alleine auf weiter Flur.

Claudio Clavadetscher durfte gar die Gemeinderatssitzung schwänzen, etwas, was die Gemeindepräsidentin selten erlaube, meinte der Oberdorfer FDP-Gemeinderat und Präsident des Nidwaldner Gewerbeverbandes. Seiner Meinung nach funktioniert die ökologische Wende mit der Kombination aus neuen Technologien und dem eigenen ökologischen Denken und Verhalten. «Wenn uns das gelingt, wird's eine coole Sache.»

Vielfalt in der Politik wie an den Stanser Musiktagen

Auch der Blick der Kultur fehlte nicht. Candid Wild, Co-Festivalleiter der Stanser Musiktage, zog Parallelen zu den Musiktagen, wo Fou­lard und Latzhose, Stadt und Land, Alt und Jung aufeinandertreffen würden. Und genauso könne eine neue Partei zu verschiedenen Perspektiven und Meinungen beitragen. Und Petra Balbi, Co-Präsidentin der Jugendpolitik Nidwalden, freue sich und sei gespannt.

Zuspruch gab's selbst von der anderen Seite des politischen Spektrums.

«Ich wünsche euch gutes Gelingen und freue mich, euch im Parlament zu sehen»,

meinte der SVP-Kantonalpräsident und Stansstader Landrat Roland Blättler in Anspielung auf die Landratswahlen vom kommenden Frühling und wohl auch darauf, dass sich die GLP vergangene Woche dazu bekannte, dass sie antreten werde.

Im Publikum sass auch Mario Röthlisberger, der schon einmal eine Parteigründung erlebte. Der jetzige Präsident der Mitte Nidwalden und Ennetbürger Gemeinderat hob 2012 die junge CVP Nidwalden aus der Taufe. Sein Ratschlag: «Seid offen für Ideen, engagiert euch und zeigt auch, dass ihr euch engagiert.» Er freue sich auf die zukünftige Zusammenarbeit, sei es im Parlament oder anderswo.

Auf Wohlwollen und Zusammenarbeit angewiesen

«Die Diskussion war sehr herzlich, ich spürte viele positive Emotionen, wir fühlten uns willkommen für eine parteiübergreifende Zusammenarbeit»,

zog Denise Weger, Co-Präsidentin der Grünliberalen Nidwalden, am Schluss der Veranstaltung Bilanz, die eine misstrauischere Stimmung erwartet hätte. Dafür sei sie sehr dankbar. «Wir als junge Partei in einem kleinen Kanton sind auf das Wohlwollen und die Zusammenarbeit mit anderen Parteien angewiesen, um Allianzen zu schmieden und unsere Anliegen zu platzieren.»