Friedenswanderung
Dem Frieden auf der Spur – auf dem Bruderklausenweg von Nid- nach Obwalden

Der Förderverein Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss lud zur Friedenswanderung von Stans in den Ranft ein. Über 40 Teilnehmenden waren dabei.

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Es war im Rathaus von Stans, wo sich 1481 die hoffnungslos zerstrittenen Eidgenossen nach zähen Verhandlungen einig wurden – und dies dank der Vermittlung von Bruder Klaus. Das Stanser Verkommnis ging in die Geschichtsbücher ein. An diesem Ort des Geschehens begrüsste Franz Enderli, Präsident des Fördervereins Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss, die rund 40 Teilnehmenden der Friedenwanderung. Diese kamen aus der Zentralschweiz, aus Bern, Zürich, vom Bodensee und sogar aus Österreich.

Franz Enderli begrüsst die Teilnehmenden auf dem Dorfplatz Stans.
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Der Aufstieg Richtung Murmatt, das Dorf Stans in der Ebene.
Am Pfarrhaus an der Knirigasse in Stans erinnert eine Gedenktafel an den nächtlichen Marsch von Heimo Amgrund und an die Friedensvermittlung von Bruder Klaus von Flüe.
Impuls «Glück gehabt» bei der Kapelle Marie zum Schnee.

Franz Enderli begrüsst die Teilnehmenden auf dem Dorfplatz Stans.

PD / Nidwaldner Zeitung

Beim kurzen Impuls bei der Kapelle Maria zum Schnee in der Kniri erinnerte Christoph Schmid an die Legende der Riesenlawine, die an dieser Stelle zum Stillstand kam und das Dorf Stans verschonte. Die Friedenswanderung folgte weiter dem Bruderklausenweg. Die knapp 17 Kilometer lange Strecke von Stans in den Ranft verläuft parallel zum Schweizer Jakobsweg. Nach der kurzen Pause beim Rastplatz Rohren ob St.Jakob neigte sich der Tag dem Ende zu. Mit der Dunkelheit wurde es ruhig in der Wandergruppe. Konzentriertes, stilles Gehen. Zeit, darüber nachzudenken, was Frieden heute bedeutet.

Frieden als Kernthema

Ein Jahr nach dem Stanser Verkommnis schickte Bruder Klaus einen Brief an den Rat von Bern. Darin sagt er unter anderem: «Darum sönd ir luogen, dz ir enandren ghorsam syend.» Er meinte damit, aufeinander zu «horchen», aufmerksam zuzuhören, vorurteilsfrei. Damit setzte er das Zuhören an den Anfang eines Friedensprozesses. Darum ging es auch beim Impuls bei der Kapelle St.Anton, Kerns. Wo beginnt eigentlich Friede? Frieden mit sich selber? Frieden mit der Natur und Frieden mit Gott? Wo und bei wem beginnt der Friede?

Wie geplant, erreichten die Friedenswanderer gegen 18.30 Uhr das Gästehaus Kloster Bethanien für einen längeren Halt. Ein weiterer Impuls erinnerte an Johannes den Täufer, der zur Umkehr und zur radikalen Friedensarbeit aufrief. Ja, Frieden ist Arbeit. Doch: Was sollen wir tun?

Die letzte Etappe der Friedenswanderung führte von Bethanien in die Ranftschlucht. Ein Abstieg in der dunklen Nacht. Im Ranft hat Bruder Klaus Pfarrer Heimo Amgrund empfangen, der 1481 von Stans aus zu ihm geeilt war. Hier haben die beiden über die zerfahrene Lage der Eidgenossenschaft gesprochen. Der Rat, den Bruder Klaus Heimo Amgrund mitgegeben hat, ist nicht bekannt, das Ergebnis schon: der Friede von Stans.

Nach dem letzten Impuls in der unteren Ranftkapelle verabschiedeten sich die Friedenswanderer in die Dezembernacht, den Frieden aus dem Ranft in sich tragend. (pd/zf)

Hinweis

Die nächste Friedenswanderung soll am 22. Dezember 2023 stattfinden. Voraussichtlicher Start ist wiederum 14 Uhr auf dem Dorfplatz in Stans.