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Versorgungssicherheit: Wir brauchen umsetzbare Lösungen

Zur Kolumne «Stimme aus Bern: Für Sicherheit sorgen» von Peter Keller vom 16. März.

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Der Nidwaldner Nationalrat Peter Keller sollte sich nicht hinterwäldlerischer gebärden als die Bürger seines Kantons. Wer hat denn den nützlichen Stromaustausch mit den Nachbarländern abgeklemmt, sodass es 2024 zu einem Strom-Engpass kommen kann? Sein Parteikollege Guy Parmelin als Präsident des Bundesrats. Und die Ukraine und Russland liefern ihren Weizen vor allem nach Afrika, nicht in die Schweiz. Und dort untergraben westliche Länder mit billigen Lebensmittelimporten die Selbstversorgung, auch Schweizer Konzerne sind dabei.

Sicher haben Sie auch noch nie daran gedacht, einmal in der Woche auf das Schnitzel zu verzichten! Damit könnten wir den Selbstversorgungsgrad in der Schweiz sehr elegant beachtlich erhöhen. Kurzum, anstatt von Schmetterlingen, Gendersternchen und Windrädchen zu reden, stünde es auch einem Nidwaldner gut an, Fakten zu studieren und an Lösungen zu arbeiten. Gerade jetzt haben wir hier sehr viel Sonne und viele leere Dächer.

Hans Blöchle, Stans

Peter Keller will eine unabhängige und sichere Energieversorgung – doch der erste und einzige Lösungsbeitrag, den seine SVP liefert, ist die Forderung nach neuen AKW. Als weiteren «Lösungsansatz» lese ich lediglich die Zänkerei gegen und mit anderen Parteigrössen bis ins Bundeshaus, eingeschlossen alle Mitglieder des Parlaments. Das ist ein völliger Widerspruch. Um uns von der EU und Russland unabhängiger zu machen, brauchen wir umsetzbare Lösungen. Fach- und Sachkompetenz und nicht politische Parteikompetenz erwartet die energienutzende Einwohnerschaft der Schweiz.

Ein neues AKW muss zuerst mindestens zwei Volksabstimmungen durchlaufen, von den notorischen Verspätungen bei den wenigen europäischen AKW-Neubauprojekten ganz zu schweigen. Für den Bau würden ausländische Firmen beauftragt und es bräuchte, wie wir in Grossbritannien sehen, doppelt so hohe staatliche finanzielle Zuschüsse wie für neue Erneuerbare. Von den sozialisierten Versicherungsleistungen im Falle eines Atomunfalls ganz zu schweigen. Das Atommüll-Problem ist auch 50 Jahre nach den ersten Forschungsprojekten nicht gelöst.

Warum setzen wir nicht auf die Rohstoffe, die wir in der Schweiz zur Verfügung haben? Sonne, Wind und Wasser – und unsere Technologien und unsere Cleverness? An einer dezentralen Energieversorgung kann die ganze Bevölkerung teilhaben, sie verhilft lokalen KMU (freier, fairer Wettbewerb) zu Wertschöpfung und schafft neue Jobs. Das müsste eigentlich auch Herr Keller gefallen. Aber dafür müssten er und seine (Mit- und Gegen-)Parteistrategen jetzt endlich den Schalter umlegen, anstatt mit seinen/ihren Scheinlösungen nur die Zukunft zu blockieren.

Walter Odermatt, Alpnach-Sonnenstrom AG, Alpnach