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Alles dreht sich im Kreis

Leserbrief zur Umfahrungsstrasse Stans West.

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Auf Nidwaldens Matten kreiselt es. Kreisrund wölbt sich ein graues Asphaltband ums Ja, mit dem das Komitee «Ja zur Umfahrung Stans West» auf ihren Plakaten wirbt. Leider lief das Strassenprojekt von Anfang an nicht rund. Seit mehr als zehn Jahren beschäftigen sich nun Landrat und Regierungsrat mit dem Projekt. Vor vier Jahren ist es schliesslich dem Regierungsrat nach vielen Rotationen schwindlig geworden. Sie wollten sich aus dem Teufelskreis heraus bewegen und verordneten, abgestützt auf eine fundierte Studie, dem Projekt das Aus. Zu wenig Entlastungswirkung für Stans, zu teuer, zu viel Kulturland verbaut. Einfach ein Projekt, das unterm Strich das Geld nicht rechtfertigt. Wohlgemerkt war damals das Bauvorhaben noch mit 15 Millionen Franken um einiges billiger. Jetzt aber kostet es fast 19 Millionen Franken – gar nicht zu reden von den Zusatzkosten. Diese würden auflaufen, wenn man sich tatsächlich daran machte, verkehrsberuhigende Massnahmen in Stans zu verwirklichen.

Statt mutig seinen damaligen Entscheid aufrechtzuerhalten, knickte der Regierungsrat wider besseres Wissen ein. Der Ruf der Landratsmehrheit, die sich mehr trötzelnd – «s‘muess ändlich eppis ga» – als aus Vernunftgründen dem Projekt verschrieb, wurde von der Exekutive erhört. Dies wohlgemerkt in einer Zeit knapper Kassen und grosser kantonaler Bauvorhaben wie Sicherheitszentrum Kreuzstrasse (schätzungsweise 30 Millionen Franken) oder der Dreifachturnhalle fürs Kollegi (28 Millionen).

Tanzen wir wieder lieber eine Pirouette mehr im Kreis. Falls dann das Alternativprojekt sorgfältig und mit einer klaren Entlastungswirkung ausgearbeitet ist, erhalten wir noch als Schönheitspreis einen Batzen Geld vom Bund. Denn so könnte Stans West in die Kränze beim Agglomerationsprogramm 5 des Bundes kommen und der Kreis würde sich endlich schliessen.

Delf Bucher, Landrat Grüne, Buochs