Ennetbürgen
Kari I. regiert: Ein Fischer übernimmt das Zepter

Nur ein paar Tage nach dem Fest der Heiligen Drei Könige inthronisierte die Zunft Ennetbürgen mit einem fulminanten Anlass ihren neuen «König».

Sepp Odermatt
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Die Inthronisation ist vollzogen: Kari I., umrahmt von den Ehrendamen und dem Narr.

Die Inthronisation ist vollzogen: Kari I., umrahmt von den Ehrendamen und dem Narr.

Bild: Sepp Odermatt (Ennetbürgen, 8. Januar 2022)

Für die nächsten zwei Jahre wird Zunftmeister Kari I. das Zepter über die Birger Fasnacht führen, nachdem er am vergangenen Samstag feierlich in sein Amt eingesetzt wurde. Der Anlass begann bereits am späteren Nachmittag im Restaurant Schlüssel in Ennetbürgen. Hier versammelten sich die Mitglieder der Zunft und viele Gäste zum Apéro. Danach zog die heitere Schar – angeführt von der Fahne mit dem Zunftrat und abgerundet mit den Hauptpersonen in der Kutsche – zur prächtig dekorierten Mehrzweckhalle.

Hier wurde die feierliche Inthronisation des neuen Zunftmeisters so richtig zelebriert. Bei grossem Applaus betraten der amtierende Zunftmeister Marco I. mit seiner Frau Vera und das künftige Oberhaupt Karl I. mit seiner Gemahlin Susi den Saal. Danach lag die Ehre am Zunftpräsidenten Heiri Odermatt, die Anwesenden herzlich zu begrüssen, worauf die «Chatzemuisig Buochs» mit kakofonischen Klängen aufwartete.

Etwas mehr Farbe ins Leben bringen

Im Anschluss an das Nachtessen erlebten die 170 Anwesenden den offiziellen Akt der Amtsübergabe. Marco I. sagte in seiner Abschiedsrede: «Wir sind hier nicht in der Politik, sondern auf der frohen Seite des Lebens. Deshalb will ich kein Sesselkleber sein und gebe mein Amt mit grosser Freude weiter.» Der momentanen Situation entsprechend sei es eine etwas andere Fasnacht gewesen als sonst. Deswegen hätten viele Anlässe im kleineren Rahmen stattgefunden, was aber nicht weniger fröhlich und gemütlich gewesen sei, ergänzte der Alt-Zunftmeister. Er bedankte sich für die unvergesslichen Momente und erntete danach einen tosenden Applaus.

Der «Fischer Kari» genoss es sichtlich, als ihm die Ehrendamen den Mantel umlegten, als Zeichen der allumfassenden Zusammengehörigkeit und die Kette, als Zeichen der Verbundenheit aller Narren. Schliesslich wurde ihm der Hut aufgesetzt, und das Zepter – symbolisch für die Macht – überreicht. In seiner Antrittsrede verriet der höchste Ennetbürger Fasnächtler, dass ihm jetzt sein Herz doch ein wenig klopfe. Und weiter: «Auch in diesen ausserordentlichen Zeiten darf man den Humor nicht verlieren. Zudem ist es aber auch wichtig, wieder ein bisschen mehr Farbe ins Leben zu bringen – sei es in der Fasnachtszeit oder auch im Alltag.» Er freue sich, zusammen mit seiner Frau Susi auf eine närrische Zeit mit frohen Stunden des Zusammenseins.

Gratulationen von allen Seiten

Mit rhythmischen Tönen und visuell gestalteten Darbietungen eröffneten die Tambouren den Reigen der Gratulanten. Ihnen folgten die Alt-Zunftmeister mit einem amüsanten Pizzaschachtel-Wurfspiel und die Ehrenmitglieder mit einem überraschenden Geschenk. Auch der Frohsinn, die Chriesizunft, die Beggo Zunft, die Horner Zunft und der Wehrverein erwiesen dem frisch gebackenen Zunftmeister mit fröhlichen Gratulationsdarbietungen die Ehre. Schliesslich zauberten die Birger Fäger mit ihren tollen und abwechslungsreichen Produktionen eine fasnächtliche Stimmung in die Halle.