Emmetten
Die Planung für den weltweit zweitgrössten Sportanlass läuft auf Hochtouren

1600 studierende Spitzensportler aus 540 Hochschulen und 50 Länder besuchen im Dezember die Zentralschweiz.

Ruedi Wechsler
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Urs Hunkeler, Hannah Mormann, Yannick Chabloz, Mike Kurt, Christine Urech und Philipp Hartmann (v.l.n.r.) am Nidwaldner Sportforum 2021.

Urs Hunkeler, Hannah Mormann, Yannick Chabloz, Mike Kurt, Christine Urech und Philipp Hartmann (v.l.n.r.) am Nidwaldner Sportforum 2021.

Bild: Helen Röösli/PD (Emmetten,
28. Oktober 2021)

Elf Tage, zehn Disziplinen und zehn Sportarten in acht verschiedenen Austragungsorten. «Das ist die Winteruniversiade, der nach den Olympischen Spielen weltweit grösste Anlass», äussert sich Moderator Christian Graf begeistert. Am 15. Nidwaldner Sportforum im Hotel Seeblick in Emmetten präsentierte er den rund 100 Teilnehmern die Vertreter des OK Winteruniversiade 2021 und die Skihoffnung Yannick Chabloz aus Beckenried.

Das «Backstage» zeigte den Besuchern mit den anwesenden Podiumsteilnehmern viele spannende Einblicke in den für die Zuschauer nicht zugänglichen Bereich hinter der Bühne. Zunächst wies Philipp Hartmann (Leiter des Kantonalen Sportamtes) auf fehlende Infrastrukturen in Nidwalden und den vermehrten Mangel an Funktionären in den Vereinen hin. Für Bildungs- und Sportdirektor Res Schmid ist die Universiade mit den sechs Innerschweizer Kantonen und die Zusammenarbeit mit den Skidestinationen Lenzerheide und St.Moritz bewundernswert: «Die Nachhaltigkeit ist für die Zentralschweiz enorm», so Schmid.

3000 Volunteers sind für den Anlass im Einsatz

Insbesondere der Tourismus in der ganzen Region werde profitieren. Die Bilder würden in die ganze Welt ausgestrahlt und begeistern. Für Geschäftsführer der Universiade, Urs Hunkeler, ist der Multisportevent ein spannender Austausch der Jugend und erwähnt: «Studierende mit dem Ziel, Profisportler zu werden, garantieren grossartigen Sport auf Europacup-Niveau. Zudem sind 3000 Volunteers im Einsatz.» 200 Fahrzeuge der Emil Frey AG stehen zur Verfügung – dafür benötigt das OK noch einige Fahrer.

Christine Urech, die ehemalige Curlingweltmeisterin von 2014 und 2016, ist Competition Managerin. Die Curlingwettkämpfe werden auf dem Hockeyfeld in Engelberg ausgetragen und beginnen schon am 6. Dezember. «Nach Absprache mit dem Curlingweltverband wird ein neues Format getestet. Anstatt zehn ‹Ends› werden nur deren acht ausgetragen», ergänzt Christine Urech.

OK-Mitglied Mike Kurt, eine Kanulegende aus Solothurn, ist Präsident Swiss University Sports. Er ist stolz auf die grosse Unterstützung der Schweizer Nationalverbände und sagt: «Wir stellen mit 130 Athleten ein sehr starkes Team. Mit dabei sind auch Eishockeyspieler aus der Swiss und National League, dazu Tanguy Nef und der Einheimische Yannick Chabloz von Swiss-Ski.»

Einmalige Gelegenheit auch für die Zentralschweizer Hochschulen

Die Projektleiterin Fisu World Conference, Hannah Mormann, ist begeistert vom Eishockey. Sie ist angetan von der Ausrüstung und möchte mal unbedingt in diese reinschlüpfen. Für die Uni Luzern und die Zentralschweizer Hochschulen sei es eine einmalige Gelegenheit, sich an der Winteruniversiade als Bildungswissenschaftsstandort weltweit zu präsentieren:

«Psychologen, Wirtschaftswissenschafter, Sportmarketing, Soziologie und Geschichte aus der ganzen Welt kommen hier zusammen.»
Yannick Chabloz ist eine Schweizer Skihoffnung aus Beckenried.

Yannick Chabloz ist eine Schweizer Skihoffnung aus Beckenried.

Bild: Helen Röösli/PD (Emmetten,
28. Oktober 2021)

Ein heisses Eisen im Schweizer Team ist der Beckenrieder Yannick Chabloz. Vor zwei Jahren gewann er in Sibirien zwei Medaillen. Er ist das Paradebeispiel, wie Spitzensport und Mathematikstudium unter einen Hut gebracht werden können. Als Yannick zwei Wochen alt war, zogen seine Waadtländer Eltern von Chateau d’Oex nach Nidwalden.

Auf ihn wartet eine happige Saison: «Als B-Kadermitglied von Swiss-Ski möchte ich im Europacup zu den Top 3 gehören, um im Weltcup den Fixstart zu ergattern. Ich bestreite an der Universiade nur den Riesenslalom. Schade, kann ich in einer der schönsten Regionen der Schweiz und auf einer der coolsten Pisten im Super-G in St.Moritz nicht an den Start», so Yannick. Kurz vorher ist der sympathische Athlet im Europacup in Santa Catarina im Super-G engagiert. Den Titel von 2019 in der Kombination kann er nicht verteidigen, weil diese Disziplin inzwischen der Vergangenheit angehört. Schon bald fliegt Chabloz mit seinem Team nach Panorama und Lake Louise (Canada), wo harte Trainingswochen auf ihn warten.