Buochs
Modellfluggruppe Nidwalden kann sich über ihre eigene Piste freuen

Die Genossenkorporation Buochs und der Kanton ermöglichen den künftigen Betrieb eines 18 mal 110 Meter grossen Modellflugplatzes auf der bestehenden Redundanzpiste des Flugplatzes.

Robert Hess
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Ein geeignetes Fluggelände und eine Hartbelagspiste dazu stehen zuoberst auf der Wunschliste fast jedes Modellflugvereins. Solche Anlagen erlauben die sichere, geordnete und umweltverträgliche Ausübung des Modellflugsports. Nicht überall lassen sich jedoch die Wünsche der Modellflieger realisieren, weil andere Interessen, beispielsweise des Naturschutzes oder die Nähe von Wohngebieten, stärker gewichtet werden.

Jürg Fellmann mit seinem prächtigen Motorsegler mit Retro-Look auf dem Pistengelände.

Jürg Fellmann mit seinem prächtigen Motorsegler mit Retro-Look auf dem Pistengelände.

Bild: Robert Hess (Buochs, 22. Mai 2021)

Solche Sorgen ist die derzeit aus rund 100 Mitgliedern bestehende Modellfluggruppe Nidwalden für mindestens zehn Jahre los, freut sich Vereinspräsident Konrad Oetiker im Gespräch mit unserer Zeitung. «Denn auf rund 2000 Quadratmetern der bestehenden Redundanzpiste des Flugplatzes, konnten wir eine Hartbelagspiste von 18 mal 110 Metern sichern.» Dort können die Modellflieger ihre Flugzeuge und Helikopter nicht nur starten und landen, sondern auch fliegen, ohne mit Wohngebieten in Konflikt zu geraten. Oetiker sagt:

«Ein langersehnter Wunsch ist für uns in Erfüllung gegangen.»

Selbstverständlich müssen alle Regeln und Auflagen des heute zivil genutzten Flugplatzes Buochs beachtet werden, um die Sicherheit des Flugbetriebes nicht zu gefährden. Sind die Modellflieger aktiv, besteht zudem eine Funkverbindung mit dem Tower und den startenden oder landenden Piloten der «grossen» Maschinen. Zudem ist jeweils ein Modellflieger, ausgerüstet mit gelber SMV-Weste, für Sicherheit und Ordnung auf dem Platz verantwortlich und warnt die Kollegen vor allfälligen Passanten im Pistenbereich. Ein Gebot für die Modellflieger ist auch, zum Landwirtschaftsland in der Umgebung Sorge zu tragen.

Pilot Ernst Dällenbach (links) startet mit Hilfe des Propellers den Motor seines Kunstflugzeuges YAK-54. Er wird beim Startvorgang assistiert von Konrad Oetiker (rechts), dem Präsidenten der Modellfluggruppe Nidalden.

Pilot Ernst Dällenbach (links) startet mit Hilfe des Propellers den Motor seines Kunstflugzeuges YAK-54. Er wird beim Startvorgang assistiert von Konrad Oetiker (rechts), dem Präsidenten der Modellfluggruppe Nidalden.

Bild: Robert Hess (Buochs, 22. Mai 2021)

Nicht möglich war es, im Pistenbereich eine Baute zu erstellen, beispielsweise ein Bau- oder Aufenthaltslokal. «Das ist für uns kein Problem», so Konrad Oetiker, «bereits seit Jahren bauen die Mitglieder ihre Modelle zu Hause.» Selbstverständlich halten sich die Modellflieger auch an die von der Flugplatzleitung vorgegeben Flugzeiten.

Vom Renaturierungsprojekt profitiert

Auf welchem Weg ist die Modellfluggruppe Nidwalden zur eigenen Piste gekommen? – Seit seiner Gründung im Jahr 1956 «gehört» der Verein an wechselnden Standorten zum Militär-Flugplatz Buochs. 2013 hat sich die Armee zurückgezogen, sodass der Flugplatz seither nur noch zivil genutzt wird. In der Folge kaufte die Genossenkorporation Buochs rund 203'000 Quadratmeter Land zurück und startete vor fünf Jahren ein einzigartiges und aufwendiges Renaturierungsprojekt, um vor allem Landwirtschaftsland für Pächter zu gewinnen. Rund die Hälfte der Fläche, die für den Flugverkehr nicht mehr benötigt wird, soll renaturiert werden. Auch ein Teil der Redundanzpiste bleibt erhalten, darunter die rund 2000 Quadratmeter für die Modellflugpiste.

«Am 19. Dezember 2020 konnten wir den Pachtvertrag auf zehn Jahre mit der Genossenkorporation Buochs unterschreiben», berichtet Vereinspräsident Oetiker. So blieb nur noch eine Hürde auf dem Weg zur eigenen Piste zu nehmen. Beim Kanton war ein Baugesuch zur Nutzungsänderung von 2000 Quadratmetern Redundanzpiste für den Modellflugplatz (ausserhalb der Bauzone) einzureichen, das Ende März im Amtsblatt veröffentlicht wurde. «Einsprachen wurden keine erhoben», erklärt Konrad Oetiker, «bereits im Mai erhielten wir die entsprechende Bewilligung des Kantons.» Und wie zur Bestätigung, dass bei den Nidwaldner Modellfliegern Freude herrscht, zaubert Kollege Ernst Dällenbach mit seiner ferngesteuerten 15 Kilogramm schweren Yak-54 eine perfekte Rolle in den Vorbeiflug über dem Gelände.