BÜRGENSTOCK: Bienen sollen für Touristen arbeiten

Auf dem Hotelberg werden nicht nur Touristen, sondern auch Bienen einziehen. In einem Showroom sollen Gäste den Produktionsprozess mitverfolgen können. Den fertigen Honig gibt’s dann im Laden zu kaufen.

Marion Wannemacher
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Bis zu dreizehn Bienenvölker sollten mit der Zeit auf dem Bürgenstock heimisch werden. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 23. Juli 2015))

Bis zu dreizehn Bienenvölker sollten mit der Zeit auf dem Bürgenstock heimisch werden. (Bild: Manuela Jans (Luzern, 23. Juli 2015))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@nidwaldnerzeitung.ch

Jedes Haus braucht eine Baugenehmigung, auch eins für Bienen. Üblicherweise baut Roland Wyrsch Häuser für Menschen, aktuell hat er aber ein besonderes Bauprojekt: ein Bienenhaus auf dem Bürgenstock. Am Südhang, unterhalb des Palace Hotels, auf dessen Südseite, soll es gebaut werden. «Der Platz hat sich geradezu angeboten für das Projekt. Bienenhäuser haben idealerweise die Richtung nach Südosten, und es braucht Wasser und Strom», klärt der Leiter Projektmanagement der Bürgenstock Hotels auf. Diese Voraussetzungen sieht er erfüllt. Die Planung für das Projekt habe sich über Jahre entwickelt. Das Baugesuch wurde dieser Tage eingegeben und im Nidwaldner Amtsblatt veröffentlicht.

Das Bienenhaus ist im Chaletstil geplant. In der Mitte ist es mit einer Glasscheibe unterteilt. «In einem Showroom sollen bis zu sechs Hotelgäste auf einmal den Bienen bei der Arbeit zuschauen können», erklärt Wyrsch. Ausserhalb des Bienenhauses könnenbis zu zehn Kästen untergebracht werden, insgesamt bis zu dreizehn Völker sollen mit der Zeit angesiedelt werden, drei innen und zehn aussen. Die Kästen ermöglichen die artgerechte Unterbringung im Winter, so Roland Wyrsch. Ein ortsansässiger Imker wird sich um die Bienen kümmern. Die Beratung für das Projekt hat der Präsident des Bienenzüchtervereins Nidwalden, Hampi Krähenbühl, übernommen.

Verweildauer für Hofstaat ein Leben lang

Während die Verweildauer von Touristen im Hotel bekanntermassen über einige Tage nicht hinausgeht, sollen die Königinnen samt ihrem Hofstaat ihr Leben lang auf dem Bürgenstock bleiben. Dafür wird einiges investiert, weiss Roland Wyrsch. Dieser Tage werden im ganzen Resort viele Blumen und Sträucher angepflanzt, was auch die Bienen auf der Suche nach Nektar erfreuen wird. Wichtig sei auch, dass es tröpfelndes Wasser in der Nähe gebe, und wenn es nur aus dem Schlauch sei.

Wasser brauchen die Bienen nicht nur zum Trinken, sondern bei andauerndem heissem Wetter auch zum Kühlen des Stocks, erklärt Hampi Krähenbühl. Wie anspruchsvoll ist es überhaupt, Bienenvölker anzusiedeln? «Das ist an sich nicht schwer, wenn die Umgebung stimmt und die Nachbarschaft positiv eingestellt ist», sagt der Präsident des Bienenzüchtervereins Nidwalden. Wie viel Honig die dreizehn Völker dereinst produzieren werden, kann er heute noch nicht voraussagen: «Das hängt vom Wetter ab, von den Pflanzen und der Umgebung. Wir haben gerade zwei magere Honigjahre hinter uns», sagt er. Gerade im vergangenen Jahr sei durch die Regenperioden im Frühling und Sommer nicht viel zusammengekommen. Übrigens, das Bienenhüsli wird über einem Retentionsbecken für Abwasser errichtet. Stinkt das den fleissigen Nektarsammlern nicht? «Das Retentionsbecken ist drei Meter tief im Boden, da dringen keine Gerüche zu ihnen», beruhigt der Leiter Projektmanagement.

Den Honig gibt es im Laden zwischen Käse und Wurst

Ende Juli soll das Bienenhaus fertig sein. Vom Projekt soll auch der Besucher im Bürgenstock Resort profitieren können. Der Honig wird im Laden neben einheimischen Produkten wie Käse oder Trockenwürsten verkauft werden.