Bilanz
16,2 Millionen Gewinn: Nidwaldner Kantonalbank behauptet sich auch im Aktien- und Immobiliengeschäft

Die NKB hat ein sehr gutes Jahr hinter sich. Ein Wachstum fand vor allem bei den Wertschriften und im Hypothekargeschäft statt. Das Zinsgeschäft ist jedoch weiter zurückgegangen – jedoch immer noch zentral.

Florian Arnold
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«Die Freude ist gross», sagt Daniel Bieri. Dazu hat der Bankratspräsident der NKB auch allen Grund. Der Geschäftserfolg der Nidwaldner Kantonalbank beläuft sich für 2021 auf 28,9 Mio. Franken. Das sind 2,1 Mio. respektive 8,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Daraus resultiert ein Geschäftsgewinn von 16,22 Mio. Franken. Praktisch in allen Bereichen wurden die Erwartungen übertroffen. Auch das Eigenkapital konnte aufgestockt werden. «Die Bank ist solide finanziert», kann Bieri getrost behaupten. Denn die Gesamtkapitalquote liegt nun bei 18,5 Prozent und übertrifft damit die Vorgaben der Finma deutlich. Das Ergebnis wäre sogar noch besser ausgefallen, denn es wurden 1,7 Millionen coronabedingte Reserve zurückgelegt. «Es gilt hier das Vorsichtsprinzip.»

Bankratspräsident Daniel Bieri an der Pressekonferenz.

Bankratspräsident Daniel Bieri an der Pressekonferenz.

Bild: Urs Flüeler / Keystone (Stans, 17. Februar 2022

Viel Eigenheim gekauft

Sehr gut gelaufen ist das Immobilien-Geschäft. Die Kundenausleihungen stiegen um 200,5 Mio. Franken (+4,6 Prozent) auf 4,6 Milliarden. Das beobachte man im ganzen Markt, so Heinrich Leuthard, Vorsitzender der NKB-Geschäftsleitung: «Im Kanton Nidwalden herrscht seit Jahren eine unverändert hohe Nachfrage nach Eigenheimen.» Dieser Trend habe sich noch verstärkt.» Erstaunlich: Rund 80 Prozent der erworbenen Objekte sind selbst genutzt und handeln sich somit nicht um Rendite-Anlagen. Oft sei es etwa zu Handwechsel innerhalb der Familie gekommen: Die Jungen übernehmen deren Elternhaus, während die Eltern in eine Wohnung ziehen. Leuthard betont: «Wir pushen den Immobilienmarkt von unserer Seite her nicht». Aber die NKB sei gut vernetzt und könne so zahlreiche Finanzierungen realisieren.

Neben den Immobilien hat das Anlagen-Geschäft geboomt. Der Kommissionsertrag stieg um 2,0 Mio. (+30,3 Prozent) auf 8,6 Mio. Das Depotvolumen stieg um 296,4 Mio. (+13,8 Prozent), während sich das Wachstum der Kundengelder mit 37,1 Mio. (+1,0 Prozent) deutlich abflachte. Auch hier sei der Markt stark gewesen. Wie gut kann die NKB beim Anlagegeschäft mit Grossbanken oder Neobanken mithalten? Leuthard relativiert: Kostenmässig könne man nicht mit Onlineplattformen mithalten. «Aber vom Know-how der Mitarbeitenden sowie von den Anlagemöglichkeiten können wir mit allen Mitbewerbern absolut mithalten. Im Gegenteil: Mit dem Vorteil, dass wir komplett unabhängig sind, können wir Anlagen von allen Anbietern reinnehmen. Da sind wir niemandem verpflichtet. Und damit haben wir sogar einen grossen Vorteil.»

Zinsgeschäft weiterhin wichtig

Letztlich bleibt das Zinsengeschäft weiterhin der grösste Zweig der Bank, jedoch mit geringerem Erfolg. Netto betrug dieser 49,4 Mio. und ist um 0,2 Mio. (0,4 Prozent) gesunken. Bankratspräsident Daniel Bieri dazu: «Unter Berücksichtigung des lang anhaltenden Negativzinsumfelds sind wir mit dem erzielten Zinsergebnis zufrieden.»

Per Ende Jahr ist die Bilanzsumme auf 6,2 Milliarden (+5,4 Prozent) angewachsen.

Heinrich Leuthard, Vorsitzender der NKB-Geschäftsleitung, blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Heinrich Leuthard, Vorsitzender der NKB-Geschäftsleitung, blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Bild: Urs Flüeler / Keystone (Stans, 17. Februar 2022

Die NKB kann nach dem guten Ergebnis 9,6 Mio. Dividende an den Kanton Nidwalden ausschütten. Zusätzlich erhält der Kanton 1,1 Mio. als Abgeltung für die Staatsgarantie. Die Dividende pro Partizipationsschein beträgt unverändert 60 Franken, was einer Dividendenrendite von 2,2 Prozent entspricht. Ein defensiver Kurs also: «Wir streben an, die Ausschüttungen auf einem gleichbleibenden Niveau zu halten. So können wir über Jahre ein verlässlicher Partner sein», so Bieri.

Digitale Angebote werden immer wichtiger

Stolz ist die Bankspitze auch auf die Kundenzufriedenheit, die aufgrund von Umfragen aber auch unabhängigen Studien als sehr hoch eingestuft werden könne. Für jüngere Kundschaft treibt die Bank die Digitalisierung voran. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Cyber-Sicherheit. «Das ist ein Dauerthema, in das wir sehr viel investieren und zwar finanzielle Mittel und auch Know-how», so Heinrich Leuthard. Dies wird zusätzlich untermalt, als dass auch im Bankrat ein IT-Spezialist Einsitz hat. Der Trend der Digitalisierung widerspiegelt sich auch bei der NKB. 9 von 10 Banktransaktionen werden heute digital abgewickelt. In dieselbe Richtung wies auch die Einführung der Visa Debit, welche die Maestro-Karte ersetzte: Diese ermöglicht auch das Zahlen in Onlineshops.

Die NKB beschäftig sich im kommenden Jahr vor allem mit der Unternehmensstrategie. Bereits eröffnet wurde Anfang Jahr die Geschäftsstelle Nähseydi in Buochs/Ennetbürgen. «Wir halten an unseren Standorten fest und werden weiterhin Mitarbeitende vor Ort haben. Denn die Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden ist uns wichtig», sagt Leuthard. Weiter kündigt die Bank einen Wechsel in der Geschäftsleitung an. Der 37-jährige Finanzspezialist Rico Weber tritt per 19. April 2022 die Funktion als Leiter Firmenkunden und Finanzierungen an. Damit folgt er auf Philipp Müller, der nach über sechs Jahren bei der NKB im Mai 2022 in die wohlverdiente Pension gehen wird.