Beckenried
Acht Personen kandidieren für sieben Sitze

Bei den Gesamterneuerungswahlen treten drei Bisherige sowie fünf neue Kandidatinnen und Kandidaten an. Erstmals seit langem sind die Grünen mit von der Partie.

Martin Uebelhart
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Blick auf Beckenried.

Blick auf Beckenried.

Bild: Martin Uebelhart (5. April 2021)

Am 15. Mai wählen die Beckenriederinnen und Beckenrieder den Gemeinderat neu. Auf die Gesamterneuerungswahl hin haben Gemeindepräsident Bruno Käslin (SVP), Gemeindevizepräsident Pascal Zumbühl (FDP), Rolf Amstad (Mitte) und Philipp Murer (FDP) angekündigt, nicht mehr anzutreten. Bereits vor einem Jahr waren Adrian Scheuber (FDP) und Margrit Murer (Mitte) aus dem Gremium zurückgetreten. Für sie kamen in stiller Wahl Alexander Vonlaufen (SVP) und Marc Schaffer (Mitte) in den Gemeinderat.

Urs Christen (FDP) kandidiert auch als Gemeindepräsident.

Urs Christen (FDP) kandidiert auch als Gemeindepräsident.

Bild: PD

Für die sieben Sitze kandidieren drei Frauen und fünf Männer. Seit 2010 sitzt Urs Christen (FDP) im Gemeinderat. Er bringt mit Abstand am meisten Erfahrung mit und hatte bis anhin das Ressort Sicherheit, Umwelt & Tiefbau unter sich. Christen kandidiert gleichzeitig auch als Gemeindepräsident. «Mein Arbeitgeber ermöglicht mir die Freiräume, dass ich die Zeit für diese neue Aufgabe aufwenden könnte», sagt Urs Christen. Er sei motiviert, nach zwölf Jahren das Gemeindepräsidium zu übernehmen und somit die Kontinuität sicherzustellen. Urs Christen geht davon aus, dass in Beckenried im Bereich der Finanzen jetzt eine Zeit der Konsolidierung beginnt und die Verschuldung reduziert werden kann. «Die Millionenprojekte wie Bachverbauungen oder das neue Schulhaus haben wir erfolgreich aufgegleist oder bereits realisiert.» Nun stünden sehr interessante Projekte an, welche das Investitionsbudget jedoch nicht mehr so stark beanspruchen werden.

Seit Mitte 2021 sind Marc Schaffer (Mitte) und Alexander Vonlaufen (SVP) im Gemeinderat. Sie seien sehr gut aufgenommen und in ihre Aufgaben eingeführt worden, sagen sie auf Anfrage.

Alexander Vonlaufen kandidiert gleichzeitig als Gemeindevizepräsident.

Alexander Vonlaufen kandidiert gleichzeitig als Gemeindevizepräsident.

Bild: PD

Alexander Vonlaufen, der auch für das Gemeindevizepräsidium kandidiert, spricht von einem spannenden Jahr. Sein Departement Soziales und Kultur sei sehr interessant, da Menschen im Zentrum stünden. Mit Menschen habe er auch in seiner beruflichen Tätigkeit als Abteilungsleiter Arbeit bei der Stiftung Weidli zu tun. «Ich bin topmotiviert und stelle mich gerne weiterhin zur Verfügung.»

Urs Christen und Alexander Vonlaufen sind die einzigen Kandidaten für die Ämter der Gemeindepräsidenten und des Vizepräsidenten. Werden sie als Gemeinderat gewählt, treten sie die Funktionen am 1. Juli an.

Marc Schaffer (Mitte).

Marc Schaffer (Mitte).

Bild: PD

Mit dem Departement Liegenschaften habe er sein Wunschressort erhalten, betont Marc Schaffer, der als Geschäftsführer der Buochser HLE Konzepte AG auch beruflich mit Gebäuden zu tun hat. «Ich habe sehr viel Neues kennengelernt.» Es gebe viele spannende Projekte in Beckenried und die Gemeinderatsarbeit sei eine gute Ergänzung zu seinen weiteren Tätigkeiten. «Ich möchte mich sehr gerne weiterhin im Gemeinderat einbringen», hält er fest.

Virginia Käslin-Voci (Mitte).

Virginia Käslin-Voci (Mitte).

Bild: PD

Ein familienfreundliches Dorf liege ihr am Herzen, sagt Mitte-Kandidatin Virginia Käslin. Sie ist in Beckenried aufgewachsen, führt mit ihrem Mann einen Landwirtschaftsbetrieb und arbeitet Teilzeit in der Patientenadministration im Spital Nidwalden. Selbst Mutter von drei schulpflichtigen Kindern würde sie das Ressort Schule und Bildung Interessieren. «Wichtig ist für mich, dass der Gemeinderat als Team gut zusammenarbeiten kann.» Parteipolitik stehe dabei ihrer Meinung nach nicht im Vordergrund.

Marco Zimmermann (SVP).

Marco Zimmermann (SVP).

«Beckenried liegt mir sehr am Herzen», sagt SVP-Kandidat Marco Zimmermann über seine Motivation zu kandidieren. Er habe zwei Kinder, und das bewege ihn noch zusätzlich, sich für die Gemeinde einzusetzen: «Ich möchte etwas für die Zukunft der Jungen erreichen. Von meiner Ausbildung als Elektromonteur und Maurer her strebe ich das Ressort Sicherheit, Umwelt und Tiefbau an», sagt er auf Anfrage. «Ich bin sehr verwurzelt in Beckenried.» Er habe seit seiner Jugendzeit bis heute in verschiedensten Vereinsvorständen mitgewirkt und engagiere sich seit fast 20 Jahren in der Feuerwehr.

Christian Lang (FDP).

Christian Lang (FDP).

Bild: PD

Christian Lang (FDP) ist seit seiner Kindheit eng mit Beckenried verbunden. Seit rund zehn Jahren lebt er in der Gemeinde, amtete vor einigen Jahren etwa als Beggo-Zunftmeister. Als Inhaber eines Architekturbüros bringt Christian Lang viel Erfahrung und Fachwissen im Bereich Bauwesen mit und er könnte sich vorstellen, sein Know-how im Gemeinderat und beim Bauamt einzubringen. «Nidwalden ist in Sachen Baukultur ein spannender und herausfordernder Kanton», sagt er. Auch für die Dorfgastronomie und die Handwerksbetriebe in Beckenried möchte er als Architekt und Unternehmer einstehen.

Carla Garovi (FDP).

Carla Garovi (FDP).

Bild: PD

Sie wolle der Gemeinde etwas zurückgeben, sagt FDP-Kandidatin Carla Garovi zu ihrer Motivation, für die Gemeindeexekutive zu kandidieren. Sie sei überzeugt, dass man noch vieles bewegen könne, etwa wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehe oder um die Nachhaltigkeit. Es gelte, langfristig und mit gesundem Menschenverstand zur Umwelt Sorge zu tragen. Dabei sollen auch Solaranlagen zum Einsatz kommen. «Ich möchte mich mit dafür einsetzen, dass es in Beckenried weiterhin so gut läuft.»

Vreni Völkle (Grüne).

Vreni Völkle (Grüne).

Bild: PD

Zum ersten Mal seit vielen Jahren kandidieren die Grünen in Beckenried wieder für einen Sitz im Gemeinderat. Die Partei hat Vreni Völkle portiert. «Ich habe grosses Interesse, Energie und künftig viel Zeit, um mich für die Gemeinde einzusetzen», sagt sie. Sie wird im kommenden Sommer pensioniert. Sie dürfe in einer sehr attraktiven Gemeinde wohnen und wolle gerne für deren Weiterentwicklung einen aktiven Beitrag leisten. Sie wolle ihre langjährige Führungserfahrung in der Bildungsverwaltung auf kantonaler und gemeindlicher Ebene nun gerne in der Exekutive einbringen. Sie sei es gewohnt, mit Menschen zusammenzuarbeiten und sich mit unterschiedlichen Interessenslagen auseinanderzusetzen und in Diskussionen breit akzeptierte Lösungen zu finden. Als Gemeinderätin müsse man sich grundsätzlich in alle Sachthemen und die gestellten Aufgaben einarbeiten können, für das zugeteilte Ressort aber die Verantwortung übernehmen, ist sie überzeugt.