1. August
Tradition und Heimatgefühl am Nationalfeiertag

In Oberdorf/Büren wurde bereits am Samstagabend gefeiert. Vier Landräte traten als Redner auf.

Sepp Odermatt
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«Nach den schwierigen Zeiten wollten wir wieder etwas auf die Beine stellen, uns gegenseitig austauschen, miteinander feiern», sagte der verantwortliche Oberdorfer Gemeinderat Roland Liem. Nichts machen, sei zu einfach und würde zur Vereinsamung führen, ergänzte Liem, der als Kulturchef schon seit mehreren Jahren die Bundesfeiern seiner Gemeinde organisiert. Turnusgemäss fand der Anlass dieses Jahr auf dem Kirchenplatz in Büren statt. Wegen des schlechten Wetters hatte man ein Zelt mit rund 500 Plätzen aufgebaut. Und schon bald füllte sich das liebevoll dekorierte Festzelt. Zuvor hatten die Gäste den Begrüssungsapéro genossen, der von der politischen Gemeinde offeriert worden war.

Die Alphornbläser «Briädärä Christe» feierten an der 1.-August-Feier auch ihr zehnjähriges Jubiläum.

Die Alphornbläser «Briädärä Christe» feierten an der 1.-August-Feier auch ihr zehnjähriges Jubiläum.

Bild: Sepp Odermatt (Oberdorf, 31. Juli 2021)

Nach der Begrüssung durch die Gemeindepräsidentin Judith Odermatt unterhielt das Handorgelduo Dani und Thedy Christen die Besucher mit seinen volksmusikalischen Klängen. Dabei trugen die Musiker viel zur guten Stimmung bei. Auch die traditionellen Alphornmelodien, vorgetragen durch die «Briädärä Christe», verliehen dem Anlass einen würdigen Rahmen.

Neuzuzüger fühlen sich wohl

Unter den zahlreichen Besuchern aus Oberdorf, Niederrickenbach und Büren befanden sich auch Astrid Gerber und René Wiedemeier. Das Paar wohnt erst seit einigen Monaten in Büren und benützte die Gelegenheit, am Dorffest die Einheimischen kennen zu lernen. «Nach 30 Jahren Leben in der Stadt hat es uns auf das Land gezogen. Und wir bereuen keine Minute», erzählte Wiedemeier, der wie auch seine Partnerin von der Natur und den Schönheiten seiner neuen Wohngemeinde begeistert ist. Es sei Lebensqualität und man fühle sich nach der Überquerung der Brücke über die Engelbergeraa in Büren sofort zu Hause, verrieten die beiden Neuzuzüger.

Verantwortung übernehmen

Als Festredner konnten die Organisatoren alle vier Landräte von Oberdorf gewinnen. Den Auftakt machte Joseph Niederberger (Die Mitte). Er blickte auf seine Schulzeit zurück und erinnerte sich gerne an den Geschichtsunterricht. Der Rütlischwur, die Heldentat von Winkelried aber auch der Saubannerzug hatten ihm besonders Eindruck gemacht. Damit spannte er den Bogen in die heutige Zeit: Die Schweiz – eine Nation, die lebt! Es gäbe genügend Gründe stolz zu sein und sich selber zu feiern, betonte Niederberger.

Vier Landräte als Festredner: (von links) Paul und Armin Odermatt, Joseph Niederberger und Stefan Bosshard.

Vier Landräte als Festredner: (von links) Paul und Armin Odermatt, Joseph Niederberger und Stefan Bosshard.

Bild: Sepp Odermatt (Büren Oberdorf, 31. Juli 2021)

Armin Odermatt (SVP) betrachtete die Geburtstagsfeier der Schweiz als schöne Tradition, die er nicht missen möchte. In seiner Rede wies er vor allem auf die Eigenverantwortung hin. «Politik verlangt von uns allen, Verantwortung zu übernehmen; sei es für unser Dorf, unseren Kanton, unsere Schweiz, unsere Heimat!»

Freiheit und Einschränkungen

Kurz und bündig brachte es Landrat Paul Odermatt (Die Mitte) auf den Punkt. Es sei wichtig, sich gegenseitig auszutauschen, miteinander zu reden, einander zuzuhören. Und warum nicht, sich gegenseitig wieder einmal auf die Schultern klopfen!

Zu guter Letzt trat der höchste Nidwaldner, Landratspräsident Stefan Bosshard (FDP), ans Rednerpult. Er legte den Fokus auf die Freiheit. Diese verlange ein gewisses Mass an Regeln. Wer diese nicht einhalte, müsse mit Sanktionen rechnen. «Es macht mich aber nachdenklich, wenn ich sehe, wie viele Regeln und Einschränkungen wir in der Schweiz hinnehmen müssen», sagte Bosshard.

Ungezwungen, gemütlich und dankbar liess Oberdorf eine gelungene Geburtstagsfeier der Schweiz ausklingen.