Kommentar
Luzerner Regierung muss Kostenexplosion sehr gut erklären – sonst droht ein Desaster

Die Kosten für das Sicherheitszentrum in Rothenburg sind innert dreier Jahre von 91 auf 290 Millionen Franken gestiegen. Will die Regierung das Projekt über die Bühne bringen, muss sie die vielen und teuren Erweiterungen sehr gut erklären.

Lukas Nussbaumer
Lukas Nussbaumer
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Aussenansicht des Sicherheitszentrums Rothenburg.

Aussenansicht des Sicherheitszentrums Rothenburg.

Visualisierung: PD

Das Sicherheitszentrum Rothenburg war 2019 mit damals geschätzten Kosten von 91 Millionen Franken zwar ein beachtliches Projekt, aber doch nur halb so teuer wie das Verwaltungsgebäude am Seetalplatz in Emmen. Jetzt soll das Zentrum plötzlich 290 Millionen Franken kosten. Es könnten aber auch noch 70 Millionen dazukommen – die Kostengenauigkeit ist noch tief.

In Emmen werden dereinst 1450 Mitarbeitende stationiert sein, in Rothenburg nicht einmal die Hälfte. Die pro Person massiv höheren Kosten sind nachvollziehbar, denn im vorab von Polizeikräften genutzten Sicherheitszentrum entstehen mehrheitlich hochspezialisierte Arbeitsplätze, die mit einem gewöhnlichen Büro am Seetalplatz nicht vergleichbar sind.

Bis jetzt nicht wirklich nachvollziehbar ist, warum aus einem Ersatzgebäude für Teile der Polizei und weiterer Dienststellen ein komplexes Grossprojekt mit reihenweise nachträglich angegliederten Verwaltungseinheiten geworden ist. Zwar ist es üblich, Bauten nach der Wahl des Wettbewerbsgewinners noch anzupassen und auch zu vergrössern. Eine derart massive Weiterentwicklung wie beim Sicherheitszentrum ist jedoch aussergewöhnlich. Bürgerinnen und Bürger sowie jedes Kantonsratsmitglied fragen sich unweigerlich, ob das für die Dimensionen des Baus verantwortliche Justiz- und Sicherheitsdepartement von SVP-Regierungsrat Paul Winiker das Projekt professionell aufgegleist hat. Sollen die Politik und das Volk die vielen Zusatzmillionen bewilligen, brauchen sie sehr gute Antworten.