Umgestaltung
Keine schmerzhaften Splitter mehr: Holzwerk im Naturbad Riehen wird erneuert

Der Riehener Einwohnerrat hiess einen Kredit von rund 900'000 Franken gut - wollte aber wissen, warum das 7-jährige Holzwerk bereits ersetzt werden muss.

Tobias Gfeller 1 Kommentar
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Gerade Kinder, die auch mal schneller über das Holz rennen, hatten häufig Splitterverletzungen.

Gerade Kinder, die auch mal schneller über das Holz rennen, hatten häufig Splitterverletzungen.

Archivbild: Boris Burkhardt

Das 2014 eröffnete Naturbad ist eine Erfolgsgeschichte und zieht Menschen aus weit über Riehen an. Doch das grossflächige Holzwerk, auf dem die Besucherinnen und Besucher zwangsläufig barfuss gehen, bereitet seit Beginn weg Sorgen. Das schon früh nicht mehr glatte Lärchenholz führt zu Splitterverletzungen an den Füssen und bei den Sitzgelegenheiten teilweise auch an den Oberschenkeln.

Lieferanten versicherten, das Splitter abnehmen würden

«Wir hatten wirklich fast täglich solche Fälle, vor allem bei Kindern, die eine weichere Haut haben und sich auch mal schneller über die Holzbretter bewegen», erklärt Christian Lupp, Leiter der Abteilung Kultur, Freizeit und Sport bei der Gemeinde Riehen.

Zu Beginn hatten die Lieferanten versichert, die Oberfläche des Holzes würde sich im Alterungsprozess schliessen und das Problem würde mit der Zeit weniger werden. Doch das Gegenteil war der Fall, erinnert Lupp. «Wir versuchten es unter anderem durch Abschleifen mit einer Spezialmaschine und mit einer besonderen Holzputzmaschine. Vor zwei Jahren begannen wir, erste Holzlatten zu ersetzen, was im Rahmen des normalen Unterhalts auch geplant war.»

Die Zeit der «Basteleien» ist nun vorbei. Der Einwohnerrat sprach sich am Mittwochabend einstimmig für einen Kredit von 910’000 Franken für den Ersatz des ganzen Holzwerks aus. Wie schon in der zuständigen Sachkommission kamen im Rat aber Fragen auf, weshalb das Holz derart früh Splitter bildete. Eine konkrete Ursache wurde nie gefunden.

Auf eine Holzimprägnierung in den damals verfügbaren Methoden musste aufgrund der Lage des Naturbads in der Grundwasserschutzzone beziehungsweise der Vorgaben des kantonalen Amts für Umwelt und Energie (AUE) verzichtet werden.

Holzart Kebony am besten geeignet

Mit der Erneuerung soll eine Holzart zur Anwendung kommen, welche eine deutlich längere Lebens- und Nutzungsdauer aufweist und mit der sich die Verletzungsgefahr durch Holzsplitter möglichst eliminieren lässt. Zudem sollen aufgrund der Probleme bei der Unterkonstruktion die der Witterung ausgesetzten und ebenfalls in Holz ausgeführten Trägerbalken durch Metallträger ersetzt werden.

In Abwägung aller Aspekte – dazu gehörte auch die Ökologie - präsentiere sich die Holzart Kebony für die Sanierung der Geh- und Sitzflächen als Produkt, das sich am besten eignet, schreibt der Gemeinderat in der Vorlage. Bei «Kebony» handelt es sich um eine Holzart aus Chile und Neuseeland, das widerstandsfähig und länger haltbar sei, was auch den höheren Preis rechtfertige.

Anderes Material als Holz kam nicht in Frage

Je nach Anwendungsbereich werde vom Hersteller eine Haltbarkeitsgarantie gegen Verrottung zwischen 25 und 30 Jahren gewährt, betont der Gemeinderat. Doch wie kann der Hersteller eine derart lange Lebensdauer garantieren, wenn diese Holzart erst seit gut zehn Jahren eingesetzt wird? Die Frage, die auch in der Sachkommission aufkam, sei berechtigt, findet Christian Lupp. «Wir haben uns vor Ort bei einem Naturbad erkundigt, das bereits vor einigen Jahren Kebony-Holz verbaut hat. Die Erfahrungen damit sind bisher sehr gut.»

«Der Unterschied zu dem, was wir haben, ist wirklich riesig.»

«Kebony» neige aufgrund seines geringen Schwindverhaltens kaum zu Splitterbildung.

Bei der Gemeinde war es kein Thema, ein anderes Material als Holz zu verwenden, da Holz optisch das Naturbad charakterisiert. Gemäss Rechtsdienst der Gemeindeverwaltung besteht kein Garantieanspruch gegenüber dem für das Naturbad verantwortliche Architekturbüro Herzog & de Meuron, da die Probleme bei der Unterkonstruktion nach Ablauf der Garantiezeit von fünf Jahren aufgetreten seien.

1 Kommentar
Jürg Bloch

Sinnlose Aktion, da werden nun Massen (hoffentlich) einheimisches Holz nach kurzer Zeit entsorgt. Dafür wird aus Übersee Holz importiert und verbaut. Unser Outdoor-Lärchenholzboden musste nach 14 Jahren erstmals renoviert werden. Natürlich gehören „Sprissen“ dazu. Aber man kann ja auch vorsichtig laufen oder offene Sandalen tragen.