Lärmbelastung
Anwohner erhält Recht: Riehen muss Lärmsanierung von vier Strassen prüfen

Entlang von vier Strassen in Riehen ist die Lärmbelastung zu hoch, stellt der Kanton fest. Die Gemeinde muss sich nun überlegen, wie sie den Zustand verbessert. Ein Anwohner frohlockt.

Benjamin Wieland
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Die Anweisungen sind unmissverständlich. Der Kanton verlangt von Riehen, Massnahmen zu prüfen, wie vier Strassen lärmsaniert werden können. So steht es in einem Schreiben des Amts für Umwelt und Energie (AUE) an die Adresse des Gemeinderats.

Betroffen sind die Bäumlihofstrasse, der Grenz­acherweg, der Kohlistieg und die Rudolf Wackernagel-Strasse. Bis zum 30. September hat die Gemeinde Zeit, dem Kanton mitzuteilen, wie sie vorzugehen gedenkt.

Alt-Grossrat sieht sich im Recht

Grosse Freude an der Mitteilung hat Erwin Ott. Der Alt-Grossrat lebt am Grenzacherweg. Seit Jahren macht er die kantonalen, aber auch die Gemeindebehörden darauf aufmerksam, dass es am Grenz­acherweg zu laut sei.

Dem AUE warf er vor, dass es bei seinen Berechnungen auf lückenhafte Daten zurückgreife. Zwar wurde auf dem Grenzacherweg schon 2007 ein lärmmindernder Belag eingebaut. Doch dieser Flüsterbelag, ist Ott überzeugt, hat seine Wirkung längst eingebüsst. Trotzdem würde bei den Lärmmodellierungen auch jetzt noch davon ausgegangen, dass der Belag Lärm schlucke.

Die Lärmschutzverordnung schreibt bei Überschreitungen von Immissionsgrenzwerten die Prüfung von Massnahmen vor, etwa den Einbau von Flüsterbelägen, das Errichten von Lärmschutzwänden oder die Senkung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit.

Kanton scheibt selber: Flüsterbelag nützt nichts mehr

Werden Alarmwerte überschritten, kann die Finanzierung von Schallschutzfenstern verfügt werden. In Riehen werden jedoch keine Alarmwerte überschritten. Ausnahmsweise sind auch Erleichterungen möglich; dann sind keine Massnahmen notwendig.

Das AUE teilt im erwähnten Schreiben mit, am Grenzacherweg würden die Immissionsgrenzwerte tagsüber «flächendeckend überschritten», trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Kilometern pro Stunde. Auch habe der Flüsterbelag sein Lebensende erreicht.

Die Einführung von Tempo 30 scheint jedoch wenig wahrscheinlich – auf dem Abschnitt verkehren drei Buslinien.