Kommt ein Café in die alte Post?

ZUG ⋅ Die Zürcher Firma, welche im Rahmen der Zwischennutzung in der alten Hauptpost Coworking Arbeitsplätze anbietet, möchte in der Postfachhalle einen Gastrobetrieb einrichten. Die Umsetzung ist noch ungewiss.
13. Januar 2018, 05:25

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Die aktuelle Zwischennutzung der alten Zuger Hauptpost – mietbare Coworking Arbeitsplätze für Kleinunternehmer oder Star-ups (Ausgabe vom 9. Dezember 2017) – könnte bald um ein Gastro-Angebot erweitert werden. Die für die Vermietung zuständige Zürcher Coworking-Betreiberin Office Lab AG hat nun auch Pläne für das Parterre des rechten Gebäudeteils, wo bis heute die Postfachanlagen untergebracht sind: Hier soll ein Café-/Barbetrieb eingerichtet werden. Ein entsprechendes Baugesuch liegt aktuell öffentlich auf.

Obschon das Gastrokonzept bereits ziemlich konkret daherkommt, ist es trotz Eingabe noch nicht sicher, ob es umgesetzt wird. «Mit der Prüfung der Machbarkeit und einem Business Case werden wir erst Ende Januar so weit sein», sagt Roger Krieg, CEO der Office Lab AG. Da der Mietvertrag für die Parterrefläche im rechten Gebäudeflügel erst am 1. April in Kraft trete und die Zwischennutzung temporär bis Ende 2019 sei, habe man das Baugesuch bereits jetzt eingereicht, um dem Zeitdruck entgegenzuwirken, erklärt Krieg.

Kein Küchenbetrieb

Wird das Projekt umgesetzt, so soll der Gastrobetrieb zum Coworking-Konzept im linken Gebäudeteil passen. Zwischen 20 und 30 Sitzplätze wird die Café-Bar bieten und ein wechselndes Angebot bereit halten. «Da kein Küchenbetrieb vorgesehen ist, werden wir auf die Unterstützung eines örtlichen Caterers zurückgreifen», sagt Roger Krieg. Auch ein Service ist gemäss Konzepteingabe nicht vorgesehen – die Bedienung erfolgt an der Bar. Zwei Personen in Anstellung sorgen für deren Betrieb.

Es soll einerseits ein Treffpunkt für die Mieter der Coworking-Arbeitsplätze im Haus sein, aber genauso für Geschäftsleute und Mitarbeitende aus der näheren Umgebung sowie für Touristen. Kurzum: ein Angebot für alle und jedermann, jedoch weniger als Tagesbetrieb, sondern voraussichtlich ab späterem Nachmittag bis Abend geöffnet.

Einfach und funktional

Der Schankbereich mitsamt Gerätschaften ist im hinteren Raumteil geplant. Ein mögliches Bestuhlungskonzept sieht neben einem grossen «Stammtisch» einige Bistrotische und Stehtische vor, eine kleine Lounge sowie drei Hochtische an den platzseitigen Fensternischen. Stilistisch wird die Einrichtung einfach und funktional gehalten, aber abgestimmt auf die Office-Lab-Einrichtung. Der Eingang an der rechten Gebäudeseite zur Postfachhalle soll bestehen bleiben. «Die Post wird die bestehenden Postfächer zurückbauen», sagt Roger Krieg. «Es ist denkbar, dass wir ein paar Teile davon beibehalten und als Gestaltungselemente mit integrieren, um etwas von der früheren Atmosphäre zu erhalten.» Die Postfächer der Hauptpost werden offenbar an die Grabenstrasse verlegt. Ein entsprechendes Baugesuch liegt seit gestern auf.

Bezüglich Entwicklung der Arbeitsplätze im Coworking-Bereich zeigt sich Roger Krieg zufrieden. «Wir haben zahlreiche Anfragen. Die Plätze im Obergeschoss sind bereits alle besetzt.» Jetzt hofft man bei Office Lab, dass sich bald auch das Parterre noch ganz mit Mietern füllt. Ob der Café-/Barbetrieb Realität wird, dürfte sich im Verlauf des Frühjahres abzeichnen. «Andernfalls werden wir den Coworking-Betrieb auf diesen Bereich ausweiten», schliesst Roger Krieg.


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