Steuererklärung: Bald hat der Drucker ausgedient

OB-/NIDWALDEN ⋅ Seit acht Jahren können Obwaldner ihre Steuererklärung online einreichen. Davon machen immer mehr Gebrauch. Auch Nidwalden hat sich auf diesen Weg begeben. Und will noch einen Schritt weitergehen.
17. Februar 2017, 05:00

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

In diesen Tagen flattert wieder die Steuererklärung in die Obwaldner Haushaltungen. Die rund 21600 Steuerpflichtigen haben bis Ende April Zeit, die Erklärung einzureichen. Diese Frist gilt grundsätzlich für alle. Die Wahlfreiheit hat man hingegen, wenn es darum geht, wie man die Informationen über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse dem Kanton Obwalden überbringen soll. Wer will, kann die Formulare nach wie vor handschriftlich ausfüllen, in das Rücksendecouvert stecken und der Steuerverwaltung schicken. Das machen noch etwa 25 Prozent der Obwaldner Steuerpflichtigen – Tendenz abnehmend.

Seit rund 15 Jahren kann die Steuererklärung auch elektronisch ausgefüllt und ausgedruckt werden, ein System, das auch andere Kantone kennen. Vor acht Jahren beging Obwalden eine Premiere in der Zentralschweiz: Seit 2009 kann man die Steuererklärung nicht nur am PC ausfüllen, sondern auch auf elektronischem Weg übermitteln. Das Ausdrucken und das Versenden per Post entfallen. «Das Angebot wird seit der Einführung immer stärker genutzt. Im vergangenen Jahr reichten 20 Prozent unserer Steuerpflichtigen ihre Steuererklärung online ein, also etwa 5000», zieht Reto Achermann von der kantonalen Steuerverwaltung Bilanz. Er rechnet mit einer weiteren Zunahme. Der Vorteil liege auf der Hand. «Damit kommen wir dem Ziel eines papierlosen Büros und einer medienbruchfreien Übermittlung näher. Wenn die Daten schon elektronisch verfügbar sind, macht es wenig Sinn, diese auszudrucken, damit wir sie wieder elektronisch erfassen müssen.»

Der Kanton spare damit auch Aufwand und einige tausend Franken an Porto- und Druckkosten. Und auch die Bürger schätzten die Möglichkeit. Das Ausdrucken entfalle. Komme hinzu, dass viele zu Hause gar keinen eigenen Drucker mehr hätten. «So kommt es vor, dass Bürger mit einem Memorystick bei uns vorbeikommen und uns bitten, ihre Steuererklärung auszudrucken.»

Bedenken wegen der Datensicherheit seien fehl am Platz. «Die Daten werden mit der neuesten Technik verschlüsselt übermittelt. Das ist mindestens so sicher wie die Zustellung per Post in Papierform», so Achermann.

Die Entwicklung geht weiter

Ganz ohne Papier geht es allerdings auch in Obwalden nicht – noch nicht. So muss eine Art Quittung noch in physischer Form eingereicht werden. Damit soll aber bald Schluss sein. Und die Entwicklung geht weiter. «Ich kann mir vorstellen, dass man in einigen Jahren kein Programm mehr für die Steuererklärung braucht, sondern die Daten direkt in das System einspeisen kann – bei Bedarf auch über das Smartphone oder das Tablet.» Seit diesem Jahr können auch die Luzerner ihre Steuererklärung online hochladen.

Nidwalden geht einen Schritt weiter

Auch die Nidwaldner Steuerverwaltung bleibt nicht untätig. «Dieses E-Filing, welches die Kan­tone Luzern und Obwalden kennen, wurde auch in Nidwalden diskutiert», sagt Karl Eb­nöther, interimistischer Leiter des kantonalen Steueramtes. «Wir haben uns aber entschieden, diesen Schritt zu überspringen und die wesentlich kunden- und verwaltungsfreundlichere Onlinesteuererklärung anzustreben.»

Dabei findet die Steuerdeklaration direkt via Internetbrowser auf einem Server der Steuerverwaltung statt. «Dadurch entfällt die gelegentlich mit Schwierigkeiten verbundene Installation der Steuersoftware durch die steuerpflichtigen Personen.» Denn anders als mit dem E-Filing wie im Nachbarkanton sei beispielsweise bei Fehlern oder für Ergänzungen bei der Onlinesteuersoftware insbesondere kein Herunterladen von Updates mehr nötig, da man via Browser immer mit der neusten Version arbeite. «Ein entscheidender Vorteil ist aber, dass die definitiv veranlagten Vorjahresdaten der steuerpflichtigen Personen als Basis für die neue Steuererklärung zur Verfügung gestellt werden können, was beim E-Filing nicht möglich ist», hält Karl Ebnöther fest.

Die Vorbereitungen für diese Form von Onlinesteuererklärung laufen. «Wir haben im vergangenen Jahr mit der Einführung der E-Steuerdossiers für unsere Mitarbeiter die Voraussetzungen für ein papierloses Bearbeiten der Steuererklärung geschaffen.» Die Mitarbeiter können die Dokumente so direkt am Bildschirm bearbeiten. Ein Scan-Center digitalisiert die eingehenden Dokumente neu. Damit sei der Weg ­geebnet für die Einführung der Onlinesteuererklärung in den nächsten Jahren.


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