Kampf um Ausweichstellen auf der Kehrsitenstrasse geht weiter

STANSSTAD ⋅ Der Regierungsrat hält an seinem Entschluss fest, keine zusätzlichen Ausweichstellen auf der Kehrsitenstrasse zu errichten. Die Begleitgruppe Kehrsitenstrasse gibt sich mit ihrer Forderung noch nicht geschlagen.
Aktualisiert: 
19.05.2017, 20:00
19. Mai 2017, 09:47

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Der Wunsch der Begleitgruppe geht vorerst nicht in Erfüllung. Die Regierung hält an ihrer Variante fest und verzichtet auf den Bau vier zusätzlicher Ausweichstellen auf der Kehrsitenstrasse zwischen Stansstad und Kehrsiten. «Wir wollen keinen weiteren Ausbau der Strasse, sondern den bestehenden Charakter und das Verkehrsregime beibehalten», begründet Baudirektor Josef Niederberger den ablehnenden Entscheid. Die Begleitgruppe des Projekts Kehrsitenstrasse, welche hauptsächlich aus Vertretern von Kehrsiten besteht, hatte sich gegen das im vergangenen März aufgelegte Projekt gewehrt. Sie hielt auch im Gespräch mit der Regierung an ihrer Forderung fest.

«Die Begleitgruppe erhofft sich durch die Ausweichstellen eine Erhöhung der Sicherheit. Wir befürchten aber genau das Gegenteil, nämlich Mehrverkehr und höhere Geschwindigkeiten», so Niederberger. Mit dem Verzicht spare man 2,7 Millionen Franken. Gegenüber einem ursprünglichen Projekt für 17,4 Millionen Franken wurde die Zahl der Massnahmen von 43 auf 24 reduziert. So wurden nicht nur geplante Ausweichstellen gestrichen. Neu sind auch weniger Nischen und Podeste vorgesehen. Niederberger spricht von einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Als weiteren Schritt kann die Begleitgruppe über die Kommission für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt (BUL) ihr Anliegen nochmals vorbringen. Die Nidwaldner Regierung wird auf jeden Fall das aufgelegte Projekt (ohne die zusätzlich geforderten vier Ausweichstellen) sowie zwei Objektkredite dem Landrat vorlegen. Gut 2 Millionen Franken betreffen den Ausbau. Dazu gehören Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrsqualität sowie die Verbesserung der bestehenden Ausweichstellen. Auch die zusätzlichen Ausweichstellen wären in diesem Kredit enthalten, der dem fakultativen Referendum untersteht. Der Kredit betreffend Unterhalt – knapp 11,9 Millionen Franken – wird hingegen nicht dem Referendum unterstellt. Zu diesem Kredit gehören insbesondere der Steinschlagschutz, die Instandsetzung der Strasse und die Leiteinrichtungen für Amphibien. Der Landrat debattiert voraussichtlich am 28. Juni über das Geschäft. Stellt er sich hinter die Regierung und genehmigt das Projekt und die beiden Kredite, startet der Kanton mit der Erarbeitung des Ausführungsprojektes. Im Sommer kommenden Jahres soll das Projekt vorliegen, und im Herbst 2019 sollen die Bauarbeiten starten.

Begleitgruppe will Landräte treffen

«Es war zu erwarten. Enttäuscht sind wir trotzdem, dass die Regierung unserem Anliegen nach mehr Ausweichstellen nicht nachkommt», sagt Andy Christen, Vorsteher der Begleitgruppe. Mit den gestrichenen Massnahmen hätte man die Strasse sicherer machen können. «Mit der Eröffnung des Bürgenstock-Resorts wird der Velo- und Fussgängerverkehr auf der Kehrsitenstrasse noch zunehmen. Wenn man mit seinem Auto zurücksetzen muss, weil ein anderes Auto entgegenkommt, steigt die Gefahr einer Kollision mit einem Velofahrer oder Fussgänger.»

Die Begleitgruppe gibt sich noch nicht geschlagen. Sie will an einer Begehung die Landräte der BUL-Kommission von der Notwendigkeit der vier zusätzlichen Ausweichstellen überzeugen.


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