Emmenegger wird Ehrenpräsident

STANSSTAD ⋅ Führungswechsel bei Gastro Nidwalden: Urs Emmenegger übergibt das Präsidium an Nathalie Hoffmann. Die 26-Jährige legte einen selbstbewussten ersten Auftritt hin.
24. Mai 2017, 05:00

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Die Nidwaldner Wirte haben eine neue Präsidentin. Nach 21 Jahren im Vorstand, davon 17 Jahre als Präsident, reicht Urs Emmenegger den Stab weiter. Es ist nicht nur ein Führungs-, sondern auch ein Generationenwechsel. Denn Natalie Hoffmann (26) ist 38 Jahre jünger als ihr Vorgänger. Zahlreich war der Aufmarsch der Wirte und Gäste zu dieser denkwürdigen Generalversammlung, die am Montagabend im «Schützen» in Stansstad stattfand. So erschienen nicht nur Ständerat Hans Wicki, alt Nationalrat Edi Engelberger und Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger, sondern ebenso zahlreiche Gäste vom Dachverband Gastrosuisse und aus anderen Sektionen. Nicht fehlen durfte Pfarrer Freddy Nietlispach, der geistliche Seelsorger der Wirte.

Drei neue Vorstandsmitglieder

Die statutarischen Geschäfte waren schnell erledigt. Gastro Nidwalden hat wiederum ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Auch die Rechnung ist positiv, sodass der Jahresbeitrag nicht erhöht werden muss. Einzig die Mitgliederzahl ist leicht rückgängig und liegt aktuell bei 102.

An der Versammlung galt es gleich drei neue Vorstandsmitglieder zu wählen. Bereits unterm Jahr sind Sören Schwitzky und ­Judith Angele zurückgetreten – «aus geschäftlichen und privaten Gründen», wie Emmenegger in seinem Jahresbericht erwähnte. Als Ersatz wurden bestimmt: Tony Durrer vom Gasthaus Schlüssel in Hergiswil, Peter Furrer von der «Krone», Buochs, und Bea Künzli vom «Stärne», Stans.

Die neue Präsidentin «packt gerne an»

Dann folgte die Wahl der neuen Präsidentin. «Sie ist dynamisch, jugendlich und etwas frech», sagte Sepp Durrer über Nathalie Hoffmann vom Seehotel Baumgarten in Kehrsiten. Wobei mit «frech» ihr positiv-jugendlicher Stil gemeint war. «Wir haben volles Vertrauen in sie», so Durrer. Die Versammlung quittierte dies mit tosendem Applaus und bestätigte ihre Wahl. Hoffmann bedankte sich für das Vertrauen und sagte über sich selbe: «Ja, es stimmt, ich gebe gerne Gas und packe gerne Sachen an.» Sie sei eine Macherin, sich aber bewusst, dass sie in grosse Fussstapfen trete. «Gemeinsam mit dem Vorstand können wir viel bewegen», meinte sie zuversichtlich. Dabei wurde sie gleich konkret und ging unter anderem auf die anstehende Revision des Gastgewerbegesetzes ein. Betont offen merkte sie an: «Unser Verband ist sehr bunt. Zu uns gehören Restaurants mit gutbürgerlicher Schweizer Küche, aber auch der Italiener und der Chinese, Nachtlokale, internationale Hotels, Take-aways und Besenbeizen.» In diesem Verband stecke sehr viel Potenzial.

Stehende Ovationen für Emmenegger

Als Höhepunkt des Abends folgte die Ehrung von Urs Emmenegger. Sepp Durrer erwähnte in seiner Laudatio dessen unzählige Verdienste in seiner Präsidialzeit. «Durch sein Wirken und seine Hilfsbereitschaft wurde er national bekannt.» Dazu lieferte Durrer Müsterchen und Anekdoten: «Er war auch grosszügig im Geldausgeben, wusste aber immer, wo er anklopfen muss, damit auch wieder viel reinkommt.» Mit stehenden Ovationen wurde Urs Emmenegger nicht nur zum Ehrenmitglied, sondern zum ersten Ehrenpräsidenten von Gastro Nidwalden ernannt. Der Geehrte zeigte sich sichtlich gerührt, ihm fehlten fast die Worte, was sonst selten der Fall ist. Er bedankte sich rundum und versicherte, man könne weiterhin mit seiner Hilfe hinter den Kulissen rechnen. Als Verbandspräsident ist er zurückgetreten, seine Arbeit als Gastgeber im Glasi-Restaurant Hergiswil will er aber unverändert weiterführen. «Meine Pensionierung ist noch in weiter Ferne», sagte der 64-Jährige beim Apéro voller Elan.


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