Pächter kauft «Tellen» in zehn Minuten via Skype

STANS ⋅ Das Gasthaus Wilhelm Tell ist eine Erfolgsgeschichte, auch als Pizzeria. Nun hat Pächter Osvaldo Vitale die ganze Liegenschaft für gut 2 Millionen Franken gleich selbst erworben.
16. Februar 2017, 05:00

Kurt Liembd

redakion@nidwaldnerzeitung.ch

Wenn man vom Gasthaus Wilhelm Tell spricht, beruft man sich meist auf eine lange Tradition, denn es ist eine der ältesten Wirtschaften von Stans. Erbaut wurde das Gebäude um 1713, und seit 1850 richtete der damalige Besitzer eine Gastwirtschaft ein, die bis heute zum Dorf gehört – fast wie die Kirche.

Seit Januar 2016 wird das Gasthaus als Pizzeria geführt. Gastgeber ist der Vollblutitaliener Osvaldo Vitale, der seit über 20 Jahren als selbstständiger Gastronom in Stans tätig ist. Bevor er den «Tellen» Stans übernahm, führte er während 15 Jahren das Restaurant Dal Paesano am Dorfplatz mit zugehörendem Laden. Eines Tages erhielt er die Kündigung, weil das Haus abgebrochen werden sollte. Einer glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass der «Tellen», der sich nur einen Steinwurf daneben befindet, fast zur gleichen Zeit einen Pächter suchte. So übernahm Vitale den «Tellen» vom damaligen Pächter Seppi Durrer. Der Erfolg blieb auch mit dem neuen Konzept – sprich Italianità – nicht aus. «Wir servieren jeden Mittag zwischen 50 und 70 Mittagessen», sagt Osvaldo Vitale. Dazu kommen die Menüs für Studenten, welche sich im oberen Stock für 15 Franken, inklusive Getränk, verpflegen können.

Verhandlungen mit Besitzer in Dubai

Nun erhielt Vitale die Gelegenheit, die Liegenschaft käuflich zu erwerben. «Ich zögerte keine Minute, obwohl ein Kauf bei der Übernahme gar nicht mein Ziel und auch nicht geplant war», sagt Vitale. Dank dem Kauf schätze er nun die Sicherheit, dass ihm niemand mehr kündigen könne. Insofern sei ein gewisser Druck weg. Da der Besitzer Renato Ferronato in Dubai wohnt, wurden die Verkaufsverhandlungen via Skype geführt. «Nach nur zehn Minuten waren wir uns über den Preis und die Bedingungen einig», sagt Vitale. Der Kaufpreis betrage etwas über 2 Millionen Franken. Die Liegenschaft umfasst 704 Quadratmeter Fläche. Im Gebäude befinden sich im Erdgeschoss das Restaurant, im ersten Stock zwei Säle und darüber zwei Wohnungen. Dank des Kaufs seien er und sein ganzes Team «jetzt noch viel motivierter, die Gäste zur vollen Zufriedenheit zu bedienen und zu bewirten».

Auch wenn nun vor allem Pizza, Pasta und Tiramisù auf der Karte dominieren, ist es ihm wichtig, dass der «Tellen» auch weiterhin den Charakter einer heimeligen Dorfbeiz behält. Vitale ist nicht zum ersten Mal Eigentümer eines Betriebes. Seit vier Jahren führt er parallel zum «Tellen» auch das italienische Restaurant im «Rigiblick» in ­Buochs, welches ihm im Stockwerkeigentum gehört.


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