Leserbriefe

Der Kredit für den Flugplatz Buochs scheidet die Geister

Zur Abstimmung über den Flugplatz-Kredit in Nidwalden vom 26. November
31. Oktober 2017, 16:38

Dass die Pilatus AG so viel Starts machen kann, wie sie nötig hat, ist unbestritten. Pilatus hat Priorität. Von ursprünglich angedachten 25 000 Starts hat man diese aus abstimmungstaktischen Gründen auf vorläufig 20 000 reduziert, damit man im Landrat die nötigen Stimmen erhalten hat. Auch bei der kantonalen Abstimmung hofft man darauf. Regierungsrat Schmid hat an der Parteiversammlung der SVP in Beckenried gesagt, dass man dieses Jahr bereits bei 18 000 Flugbewegungen angelangt sei. Würde man mehr benötigen, müsste man dies in einer weiteren Volks­abstimmung bewilligen lassen. Das Volk hält man ja für so dumm, dass es auch dies bewilligen würde.

Die Hangars, die man bauen möchte, sind ja nicht für die Pilatus. Sie verkauft ihre Flieger laufend und lässt sie nicht in Hangars schmoren. Die Hangars sind für bestehende und neue Privatflieger vorgesehen. Damit ist das Kontingent von 20000 schnell aufgebraucht. Die Aufstockung der Starts ist schon programmiert und der zusätzliche Lärm auch.

Der gleiche Regierungsrat erwähnte an der Veranstaltung, dass ohne touristische Heliflüge die Alpinlift nicht überleben könne. Müssen wir alle den zusätzlichen Lärm ertragen, damit eine Firma überleben kann? Vor erst 20 Jahren er­zählte man uns, eine Helibasis werde es in Buochs nie geben. Es ist nur zu hoffen, dass die Gemeinde Ennetbürgen sowie die Genossen von Ennetbürgen und Stans standhaft bleiben mit ihrer Forderung, keine Heliflüge für touristische Zwecke und keine Flugbetriebszeiten von 6 bis 22 Uhr zuzulassen.

Unter diesen Voraussetzungen sollte es jeder Stimmbürgerin und jedem Stimmbürger klar sein, was sie abstimmen sollten.

 

Josef Blättler, Buochs

 

Warum soll sich der Kanton beim Flugplatz beteiligen?

— Weil es um eine Investition in eine Infrastruktur geht. Grundsätzlich soll sich die öffentliche Hand nicht an Unternehmen beteiligen. Beim Flugplatz geht es jedoch um eine Infrastruktur und nicht um «irgendein» Unternehmen. Wie auch bei Strassen, öffentlichem Verkehr usw. macht es hier jedoch Sinn. Die Investition von 10 Millionen Franken für Pisten, Flugplatz­gebäude und Sicherheit ist werthaltig. Im Vergleich zur Investition in die Wiesenbergstrasse von rund 50 Millionen oder zu den jährlichen Zahlungen durch unseren Kanton an den öffentlichen Verkehr von fast 5 Millionen ist diese einmalige Investition in den Flugplatz vertretbar.

 

 

Die 50/50-Beteiligung mit den Pilatus-Flugzeugwerken ermöglicht uns eine wirkungsvolle und aktive Mitsprache beim Flugplatz. Es erstaunt, dass die Grünen und Linken auf eine qualifizierte Mitsprache verzichten möchten. Haben sie sich doch stark für eine Mitsprache bei Atomanlagen (MNA) in Nidwalden eingesetzt. Eine Mitsprache bei Bewilligungen durch Auflagen oder eine Minderheitsbeteiligung hätte nicht annähernd die gleiche Durchsetzungskraft.

 

 

Gemäss Aussagen der Pilatus-Flugzeugwerke haben wir zurzeit jährlich rund 17000 Flugbewegungen. Im Vergleich zu den lauten Militär-Düsenjets von früher sind die Lärmimmissionen der heutigen Flieger ein Bruchteil davon. Somit ist die Aussage der Flugplatzgegner nicht nachvollziehbar, dass die Immobilienwerte bei einer Annahme der Abstimmung in Nidwalden sinken sollten.

 

 

Der Flugplatz gehört zur DNA von Nidwalden und hat eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung. Er ist ein Allein­stellungsmerkmal für unseren Kanton, sichert uns Wertschöpfung, Arbeitsplätze und auch Lehrstellen. Dies hilft uns, den langfristigen Wohlstand zu sichern.

Deshalb sagen wir überzeugt und klar Ja zum Flugplatz und zum Objektkredit von 10 Millionen Franken.

Bruno Duss, Vizepräsident FDP Nidwalden, Buochs


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